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Andacht vom 24.04.2007:

Mitgehen in schweren Stunden

Und Elia sprach zu ihm: Bleib du hier, denn der HERR hat mich an den Jordan gesandt. Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht. Und es gingen die beiden miteinander. 2. Könige 2,6

Alle Personen unserer Geschichte wissen, was passieren wird. Elia wird diese Welt verlassen. Die Prophetenschüler stehen in der Ferne, geben ihre Kommentare ab und reden über Elia. Sie lassen ihn allein. Doch einer hält es aus, er lässt sich nicht abwimmeln - Elisa begleitet Elia. Er lässt ihn nicht allein. Er geht mit ihm aus der Jordanebene bis in das Gebirge, dann wieder hinunter in und über den Jordan. Über Höhen und Tiefen gehen die beiden. Elisa nutzt die Zeit mit Elia und sie haben Gelegenheit, über das zu reden, was sie beschäftigt und wichtig ist, denn beide wissen, dass ihre gemeinsame Zeit zu Ende geht.

Was ist uns wichtig? Sprechen wir mit den Menschen, die wir lieben, über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens? Diese Episode, die hier erzählt wird, lässt sich auch heute immer wieder erfahren. Da ist ein Mensch, von dem bekannt ist, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Da gibt es dann Neugierige, die es auch wissen. Es wird getuschelt, doch niemand wagt, auf den Betroffenen zuzugehen.

Genau diese Menschen trauern in unserer Geschichte anschließend sehr ausgiebig. Sie suchen Elia und finden ihn nicht mehr. Für uns eine Aufforderung, unseren Mitmenschen zu finden, solange es noch möglich ist.

Viele Menschen werden allein gelassen, wenn es schwierig wird. Trennungen, Ehescheidungen, Kündigungen, Austritte aus der Gemeinde, Krankheit und Sterben sind nur einige solcher Beispiele. Es gab Zeiten, da wurden Menschen zum Sterben regelrecht in eine separate Kammer abgeschoben.

Der Gott der Bibel ist ein Gemeinschaftsgott, der Beziehung, Nähe und Liebe will. Gott möchte, dass wir den Mitmenschen wahrnehmen, mit ihm mitgehen, zuhören, aufeinander hören, die Bedürfnisse beachten und zu verstehen versuchen, wer mein Gegenüber ist. Das geht nur, wenn ich ein Stück mitgehe. Mitgehen heißt auch aushalten, wenn mein Gegenüber sich nicht für meinen Glauben interessiert, aber meine Nähe wünscht. Da heißt es aushalten und mit Gott sprechen, ihm diesen Menschen ans Herz legen.

Mit dem anderen mitzugehen, verändert auch mich, macht mich offener, geduldiger und schenkt mir den Blick für das wirklich Wichtige im Leben.

Gerhard Menn

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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