Andacht vom 17.04.2008:
... zum gläubigen Thomas
Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Johannes 20,31
Mit diesem Satz erklärt Johannes, weshalb er im hohen Alter seinen Bericht über das Leben Jesu schrieb. Damals hatten Irrlehren Eingang in die Gemeinden gefunden und Johannes machte sich nicht die Mühe, sie zu widerlegen. Er wählte einen besseren Weg, der nach nahezu 2.000 Jahren noch nichts von seiner Wirkung eingebüßt hat: Er stellt in seinem Evangelium die ganze Größe und Herrlichkeit Jesu Christi, des Sohnes Gottes, heraus. Dazu erinnert er an besonders markante Begebenheiten, die erkennen lassen, was Menschen in der Begegnung mit Jesus erlebten. Sie sind beispielhaft dafür, was Glaube an Jesus zu allen Zeiten bewirkt.
Ein solches Beispiel ist der Jünger Thomas. Weil Thomas den Auferstandenen selber noch nicht mit eigenen Augen gesehen hatte, stellte er das Zeugnis der anderen Jünger in Frage. Damit ist er zum Typus derer geworden, die von Gott Beweise fordern. Eine Woche nach der Auferstehung erschien Jesus seinen Jüngern ein zweites Mal. Er wandte sich sogleich an Thomas, und der musste erleben, wie genau Jesus ihn kannte - seine Zweifel ebenso wie seine Forderungen. Jesus machte ihm keine Vorwürfe. Er bot ihm freundlich an: Wenn du nicht anders glauben kannst, so strecke deine Finger aus und berühre meine Wunden.
Thomas war von Jesu Worten und seiner Haltung zutiefst überwältigt. Sie wurden für ihn zu einer stärkeren Wirklichkeit als das Betasten mit den Fingern. Er bekannte vor ihm: "Mein Herr und mein Gott!" (V. 28) Das hatte mehr Gewicht, als wenn er gesagt hätte: "Du bist wahrhaftig auferstanden."
Die Wirklichkeit der Auferstehung zu bestätigen, das reicht niemals aus. Es geht vielmehr darum zu glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und das Leben in seinem Namen zu haben.
Zum Glauben an Jesus gehört unweigerlich die Gewissheit seiner Auferstehung. Ohne Auferstehung gäbe es keinen Sieg über Sünde, Tod und Teufel. Wer jedoch kein Augenzeuge war, ist keinesfalls benachteiligt: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" (V. 29) Im Glauben an Jesus Christus, das heißt in einer festen Beziehung zu ihm, wird jeder eine größere Wirklichkeit erfahren, als sie das bloße Sehen ermöglicht. So können auch wir bekennen: "Mein Herr und mein Gott!"
Manfred Böttcher
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






