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Andacht vom 23.07.2008:

Bedrückend?

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Psalm 139,5

Dieser Vers beschreibt Gottes Nähe, wie sie der Psalmbeter erfahren hat. So, wie einen die Luft von allen Seiten umgibt, ob sie bewusst wahrgenommen wird oder nicht, so ist Gott bei uns Menschen.

Nun wäre eigentlich zu erwarten, dass sich daraus ein Gefühl der Geborgenheit und des Wohlbefindens ableitet. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die revidierte Elberfelder Bibel gibt den hebräischen Wortlaut genauer wieder als die Lutherübersetzung: "Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, du hast deine Hand auf mich gelegt."

Der Beter erlebt Gottes Nähe irgendwie bedrückend. Du umschließt mich - so wie Feinde während der Belagerung die Stadt abriegeln (dafür wird dasselbe Wort benutzt). Du legst deine schwere Hand auf mich, so dass ich mich nicht erheben kann. Deshalb sucht David, der dieses Gebet aufgeschrieben hat, nach Möglichkeiten, um Gott aus dem Weg zu gehen, bis hin zur Flucht aus dem Leben (V. 8). Er fürchtet Gottes Nähe und möchte lieber auf Distanz zu ihm gehen. Ist das nicht sonderbar? Wie kann jemand, dessen geistliche Dichtungen über Jahrtausende hinweg so vielen Menschen Wegweisung und Trost gegeben haben, Gott aus dem Weg gehen wollen?

Ich weiß nicht, in welcher Situation David war, als er so betete. Aber ich weiß, dass es die Erfahrung eigener oder fremder Schuld gibt. Oder die Einsicht, dass Gott nicht so handelt, wie wir es uns wünschen und erwarten. All das kann dazu führen, dass er uns fremd und bedrohlich erscheint. Der Beter dieses Psalms kann sich das eingestehen. Er verdrängt solche Gedanken nicht, sondern lässt sie zu und bringt sie im Gebet vor Gott.

Doch gerade in seinen Fluchtversuchen entdeckt David, dass Gottes Hand ihn nicht bedroht, sondern schon immer liebevoll auf ihm lag, dass sie ihm das Leben geschenkt hat und es auch erhält: "Denn du hast meine Nieren bereitet... Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin." (V. 13 f.)

Herr, gib mir heute den Mut, mir über meine Beziehung zu dir klar zu werden und, wenn nötig, auch Entfremdung einzugestehen. Lass mich wieder neu zu dir finden und deine Nähe nicht einengend, sondern als wohltuende Geborgenheit und Sicherheit empfinden. Eine Sicherheit, die mich mein ganzes Leben mit dir begleiten wird.

Adelbert Genzel

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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