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Andacht vom 22.10.2008:

Ja, wo ist er denn?

Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Lukas 10,29

Der heutige Andachtstext ist dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter entnommen, in dem auf das Liebesgebot Bezug genommen wird. Durch diese Gleichnisrede nötigt Jesus die Schriftgelehrten, selbst die Antwort auf seine Frage zu finden.

Wer ist denn mein Nächster? Wenn ich das Gleichnis richtig verstehe, gibt es im Blick auf den Nächsten keine Wahlmöglichkeit. Es heißt nicht: Liebe deinen Nächsten, wenn er nett zu dir ist oder du ihn sympathisch findest. Wie ist es also mit dem, der sich ständig an mir reibt. Oder mit dem, der unpünktlich, unzuverlässig oder gar gehässig ist? Sind das auch meine Nächsten, obwohl es mir lieber wäre, ich könnte sie weit weg auf Abstand halten?

Es gibt Menschen, die setzen sich bewundernswert für den Nächsten einsetzen, aber die Allernächsten übersehen. Der Ehepartner könnte getrost einmal wieder mit einem kleinen Geschenk bedacht werden, der Großvater im Seniorenheim würde sich bestimmt über einen Besuch seines Enkels freuen. Der krebskranke Vater im Krankenhaus leidet darunter, dass ihn der Sohn erst einmal besucht hat. Als ich mit dem Sohn darüber sprach, beteuerte er, dass er seinen Vater liebe, aber das Elend, das er im Krankenhaus gesehen habe, einfach nicht verkraften könne.

Nächstenliebe ist nur dann möglich, wenn wir mit der Quelle der Liebe, nämlich mit Gott verbunden sind. Mit ihm dürfen wir darüber reden, wenn wir Probleme mit unserem Nächsten haben. Und ihn können wir auch darum bitten, uns die notwendige Liebe zu schenken. Wenn ich erst einmal weiß, was ich tun soll, werde ich auch entdecken, wo und wie ich es tun kann.

Ich muss allerdings mit wachen Augen durch die Welt gehen, um zu begreifen, wer in diesem Moment mein Nächster ist.

Ich wünsche mir sehr, dass mein "getrübtes" Auge einen klaren Blick bekommt für den Menschen, der mich braucht und mir gleich ist. Er ist mir darin gleich, dass er Fehler und Schwächen hat - so wie ich. Er ist mir gleich, weil er auf Vergebung angewiesen ist - so wie ich. Er ist mir gleich, weil Gott ihn liebt - so wie mich. Und deshalb soll und darf er mir nicht gleichgültig sein. Und nun bin ich gespannt, wer mir heute alles begegnen wird.

Egon Schramm

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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