Andacht vom 18.12.2008:
Weihnachten, Fest "der Familie"
Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Matthäus 2,10.11
Es ist nicht geklärt, wann das Schenken zu Weihnachten Brauch wurde. Die nordischen Völker gaben ihrer Freude über die Wintersonnenwende mit Geschenken Ausdruck. Die alten Römer beschenkten sich zum Jahreswechsel. Im Mittelalter erhielten arme Leute von Klöstern und Fürsten Lebensmittel, warme Kleidung und Geld. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Nürnberg Firmen, die Kataloge, Spielzeug und sonstige Geschenkartikel anpriesen.
Früher waren die Menschen noch nicht so anspruchsvoll wie heutzutage. Es gab keine Geschenkindustrie, sondern man schenkte einander Gebrauchsgegenstände oder selbst gemachte Handarbeiten.
Kürzlich konnte man in unserer Regionalzeitung lesen, dass Weihnachten das Fest der Familie ist. In manchen Gegenden dürfte man streng genommen dann kaum noch feiern, denn es gibt Regionen, wo 60 Prozent der Ehen geschieden und die Hälfte aller Kinder unehelich geboren werden. Der Weihnachtsstern scheint auf Zweit-Papas und Halbgeschwister. Konzentrationsstörungen, Gewalt gegen sich und andere, Sprachlosigkeit oder Schuleschwänzen sind Anzeichen, dass die Beziehungen in der Familie nicht mehr stimmen.
Hier können wir durch unser Leben ein Stück Weihnachten in die Herzen der Menschen tragen. Weihnachten ist immer dort, wo jemand die Tränen abwischt von den Augen eines Kindes, wo nach einem Streit das erste Wort der Versöhnung gesagt wird - auch wenn man enttäuscht worden ist, wo sich ein Mensch mehr um den anderen sorgt, als um sich selbst, wo jemand ohne Berechnung schenkt, wo ein Mensch mit dem Herzen bei der Sache ist und nicht bloß mit den Händen. Weihnachten kann jeden Tag sein, denn Weihnachten ist gelebte Liebe.
Iris Lang
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






