Andacht vom 19.12.2008:
Der biblische Jesus, der ganze Jesus
Christus ist das Abbild seines Vaters, in ihm wird der unsichtbare Gott für uns sichtbar. Vor Beginn der Schöpfung war er da ... Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Denn Christus war vor allem anderen; und nur durch ihn besteht alles. Er ist das Haupt seiner Gemeinde, die sein Leib ist. Mit ihm hat alles angefangen. Kolosser 1,15-18 (Hoffnung für alle)
Diese Worte schrieb der Apostel Paulus an die Gemeinde in Kolossä. Damals versuchten dort einige mit ihren Ideen Einfluss in der Gemeinde zu gewinnen. Nicht, dass sie das Evangelium ablehnten, sie wollten nur das "einfache" Evangelium durch Vorstellungen ihrer Zeit ergänzen und es so vervollkommnen. Damit glaubten sie, Gottes Botschaft für bestimmte Gruppen "moderner" oder "ansprechender" zu machen. Dazu musste der Apostel Stellung nehmen, freilich nicht so, dass er mit ihnen darüber diskutierte.
Das Evangelium kann man entweder annehmen oder ablehnen, aber es lässt sich nicht zum Gegenstand menschlicher Diskussion machen, denn es ist Gottes Botschaft - keine Weltanschauung, die sich Zeitströmungen anpasst.
Paulus wusste einen besseren Weg, um diesen Personen in der Gemeinde entgegenzutreten. Er erinnerte sie an die ganze Größe Christi. Diese sollte ihnen vor Augen stehen, wenn sie in seinem Namen zusammenkamen und beteten.
Bei allen Strömungen, denen christliche Gemeinden auch heute ausgesetzt sind, sollten wir daran denken, wie Paulus diesen Einflüssen seinerzeit begegnete. Wir sind gefordert, Jesus in seiner ganzen Größe zu verkündigen, so wie er in der Bibel offenbart ist. Dazu gehören seine Präexistenz, seine Menschwerdung mit dem Opfer am Kreuz und seine Auferstehung, sein hohepriesterlicher Dienst und die Zusage seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit.
Bei manchen unserer Äußerungen könnte man fast den Eindruck gewinnen, als ob wir nur einen "kleinen Jesus" haben. Ja, er hat sich uns gleichgemacht, aber andererseits war sein Erlösungswerk in Wahrheit auch ein furchtbarer Kampf mit den Mächten der Finsternis, der Jesus sogar erzittern ließ (Mt 26,37).
Bei allem, was wir reden und tun, sollten wir nicht vergessen: Jesus Christus ist das Bild Gottes, des Unsichtbaren; durch ihn ist alles geschaffen und er ist das Haupt seiner Gemeinde. Er verkörpert Gottes Liebe und wurde unser Bruder. Angesichts seiner Schöpfermacht dürfen wir auch in Ehrfurcht vor ihm leben. Ihm dürfen wir gehören. Beide Seiten seines Wesens lassen uns dankbar sein.
Manfred Böttcher
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






