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Andacht vom 11.07.2009:

Rechtfertigungs-Syndrom

Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Lukas 18,14

Neulich habe ich bei uns vor dem Haus einen Strafzettel bekommen. Ich war sauer, weil dort das Parken noch nie verboten war. Und siehe da: Jemand hatte das entsprechende Verkehrsschild entfernt - und am nächsten Morgen wieder aufgestellt. Ich legte bei der Behörde Einspruch ein und bekam Recht.

Wenn wir von Rechtfertigung sprechen, drücken wir damit ein tiefes menschliches Bedürfnis aus. In den meisten Fällen - selbst wenn wir wissen, dass wir gegen Regeln verstoßen haben - wollen wir damit sagen: "Aber ich hatte einen guten Grund für mein Handeln. Ich bin doch ein guter Mensch!"

Der menschliche Drang zur Rechtfertigung zeigt sich bei allen Konflikten. Wenn Beziehungen scheitern, gibt es immer wieder Selbstrechtfertigungen. Bei Streit höre ich: "Aber der andere hat an mir noch schlimmer gehandelt!" Wenn wir gegen unsere Glaubensgrundsätze verstoßen, verweisen wir auf Umstände und Notwendigkeiten. Dahinter steckt immer der Gedanke: Eigentlich bin ich ja ein guter Mensch!

Bei Strafzetteln mag das Sich-selbst-Rechtfertigen noch funktionieren, aber wenn es um moralisches Versagen geht, kann das nur ein anderer für uns tun. Dann kann nur ein anderer glaubhaft bestätigen: "Ja, er ist ein guter Mensch!"

Die Botschaft des Evangeliums lautet: Ja, auch du bist ein guter Mensch. Aber nicht, weil du überzeugende Argumente dafür darlegen kannst, sondern weil dich Jesus durch seine Gnade gut gemacht hat. Das ist das Befreiende an der biblischen Botschaft: Ich werde von dem Druck befreit, aller Welt beweisen zu müssen, ich sei doch eigentlich ein guter Mensch.

Deshalb habe ich mich entschieden, die Gnade Jesu anzunehmen. Ich will nicht wieder zurück zu dem Leistungswahnsinn, dem Gutmenschentum, dem ständigen Grübeln darüber, wie ich meine Taten in einem guten Licht darstellen kann.

Die Gnade festhalten heißt ja: Jesus festhalten, eine persönliche Beziehung erleben, das Gefühl geschenkt bekommen, vor Gott ehrlich sein zu können und trotzdem geliebt zu werden. Denn das ist es letztlich, was wir Menschen uns wünschen. Einfach so angenommen zu werden, wie wir sind, und trotzdem geliebt zu werden. Ohne Gnade läuft das nicht. Und deshalb brauche ich Jesus.

Dennis Meier

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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