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Andacht vom 30.01.2010:

Der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Kolosser 3,15

"Frieden schaffen ohne Waffen" - schön wäre es. "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin" - so las ich vor vielen Jahren einen Slogan. Jemand sagte damals zu mir: "So ein Unsinn, als ob man in den Krieg gehen würde wie zu einem Konzert!"

Frieden wollen alle: die Regierungen der unterschiedlichsten Nationen und auch die unfreundlichen Nachbarn. Der Friede wird an Weihnachten besungen und das Streben nach Frieden wird als Motiv für den "Krieg" gegen Terroristen genannt.

Paulus spricht vom Frieden Christi. Was ist bei diesem anders als bei dem Frieden, den viele beschwören und mit Waffen schaffen wollen? Jesus war immer darum bemüht, im Sinne Gottes zu denken und zu handeln.

Wir sind zu diesem Frieden berufen, zum Frieden im Geist Gottes, zum Frieden in der Gemeinschaft mit Gott und im Miteinander mit anderen Menschen. Solch ein Friede ist viel leichter zu erreichen, wenn wir auf Gottes Gebote achten und auf die Bedürfnisse anderer Menschen.

Dieser Friede Christi, zu dem Gott uns berufen hat, soll unser Denken und Handeln bestimmen. Das meint nicht, immer nur Rücksicht zu nehmen; das hat Jesus auch nicht getan. Aber er hat immer zur Ehre Gottes und zum Schutz der Menschen gehandelt. Anklagen gegen Gott, dass er ungerecht wirke, zeugen oft davon, dass der Kläger noch nicht im Frieden mit Gott lebt. Wer den Frieden Christi im Herzen hat, kann gelassen, froh und dankbar seinen Alltag leben - trotz Widerstände und Ungerechtigkeiten.

Es wird keinen Frieden in einer Gemeinde geben können, wenn jede Gruppe auf die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen bedacht ist. Es wird aber im Frieden miteinander gelebt, wenn Christen die Denk -und Handlungsweise des anderen verstehen wollen, den anderen als Kind Gottes achten und die kulturelle Verschiedenheit als von Gott gewollt annehmen. Unterschiedliche theologische Ansichten wirken dann nicht als Bedrohung der eigenen Person, sondern als Bereicherung des eigenen Denkens und als Möglichkeit, Jesus im Nächsten zu begegnen.

Herr Jesus, bestimme heute durch deinen Frieden mein Denken und Handeln. Danke dafür.

Gerhard Wagner

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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