Andacht vom 06.02.2010:
Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen. Hoheslied 8,6.7
Jede zweite Ehe wird geschieden, behaupten Statistiker. Die CSU-Politikerin Gabriele Pauli meinte, die Scheidungsquote wäre noch höher, wenn die Partner nicht aus Angst vor der Trennung oder Geldproblemen zusammenblieben, obwohl die Liebe schon lange gestorben sei. Ihr Vorschlag: Eine Ehe auf sieben fahre zu befristen. Danach könnten sich die Partner ohne Scheidungsaufwand trennen, also ihre Ehe einfach auslaufen lassen. Sie könnten aber eine Verlängerung beantragen, wenn sie weiterhin zusammenleben wollten. Ehe als "Auslaufmodell", Liebe mit Verfallsdatum?
Adam und Eva, das erste Paar im Paradies, waren zunächst auf "ewiges Leben" programmiert. Erstaunt lesen wir in den Abstammungslisten der Genesis, wie alt die ersten Menschen wurden: über 900 Jahre! Gott selbst hatte die erste Ehe gestiftet und für Adam das passende Gegenüber geschaffen. Sein Plan für die Zukunft: Ein Mann und eine Frau verlassen ihre bisherigen Familien und gründen eine neue Einheit, halten fest zueinander, wachsen zusammen, bis sie "ein Fleisch" geworden sind. Jesus bestätigt dieses Modell: "Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!" (Mt 19,5.6)
Ist das biblische Idealbild realistisch? Jagen wir einer Fata Morgana nach, wenn wir uns eine Liebe wünschen, die auch ein ganzes Leben lang hält? Das muss wohl möglich sein, sonst hätte Gott seine Liebe zu uns Menschen nicht als Liebe zwischen Mann und Frau porträtiert und mit Verlobung und einer Hochzeit verglichen. Doch wie können wir diese "Flamme des Herrn" (Hld 8,6) empfangen, hüten und bewahren?
Die Lebenspraxis zeigt, dass solch ein Feuer durchaus erlöschen kann durch mangelnde Rücksicht, Gleichgültigkeit gegenüber dem, was den anderen bewegt, durch verletzende Worte, untreue Gedanken oder Zeitmangel. Gottes "Rezept" zum Schutz der Liebe: Die Frau hängt an ihrem Mann und er beschützt und pflegt sie, so wie Gott die Schutzpflicht über uns Menschen übernommen hat.
Gott weiß, wie man die Flamme der Liebe wieder neu entfachen kann, und er will uns helfen, ein stabiles Band zu knüpfen, das Ehepaare aneinander bindet - nicht nur für sieben Jahre!
Sylvia Renz
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






