Andacht vom 12.02.2010:
Es ist unmöglich, ohne Glauben Gott zu gefallen. Wer zu ihm kommen möchte, muss glauben, dass Gott existiert und dass er die, die ihn aufrichtig suchen, belohnt. Hebräer 11,6 (Neues Leben)
Am 12. Februar 1809, also heute vor 200 Jahren, wurde der Naturwissenschaftler Charles Robert Darwin in England geboren. Die von ihm begründete Evolutionstheorie entwickelte sich bis zum heutigen Tag zur einzigen von der Mehrheit der Naturwissenschaftler anerkannten Erklärung für die Vielfalt des Lebens und der Herkunft des Menschen.
Wie die breite Diskussion der vergangenen Monate in den Medien zeigt, sind viele darüber überrascht oder sogar entsetzt, dass es intelligente Menschen und Wissenschaftler gibt, die die Evolutionstheorie nicht anerkennen. Selbst der Versuch, ihren Alleinvertretungsanspruch zu hinterfragen oder die Schöpfung als ein alternatives Denkmodell zuzulassen (also keinesfalls als wissenschaftlich bewiesene oder beweisbare Theorie), wird ihnen übelgenommen und als sektiererisch, fanatisch, fundamentalistisch oder sogar gefährlich abgetan.
Eine amerikanische Comiczeichnung zeigt einen jungen Wissenschaftler, der seinem Professor an einer Tafel eine komplizierte mathematische Berechnung vorführt. Zwischen dem ersten und dritten Schritt seiner Berechnung steht: "Hier geschieht ein Wunder." Klar, dass der Professor sich die Formeln skeptisch anschaut und nach einer Erklärung für den zweiten Schritt verlangt. Unklar bleibt, ob der Student die Evolutionstheorie oder das Schöpfungsmodell zu erklären versucht. Sicher ist, dass beides zutreffen kann, weil in beiden Fällen der Glaube nötig ist.
Ich gebe offen zu, dass ich mich vor mehr als vier Jahrzehnten dafür entschieden habe, an den Schöpfergott zu glauben - ohne meinen Verstand an der Garderobe abgegeben zu haben. Seitdem habe ich sein Da- und Nahesein so deutlich erlebt, dass mein Glaube Gewissheit geworden ist.
Darwin starb im Alter von 73 Jahren als Agnostiker (das heißt: er hielt die Frage der Existenz Gottes für unlösbar) - entgegen dem verbreiteten Gerücht, er wäre am Sterbebett ein Christ geworden. Der Tod seiner Lieblingstochter Annie im Alter von zehn Jahren hatte den letzten Rest seines Glaubens an "ein moralisches, gerechtes Universum" zerstört.
Auch das gehört zum Glauben an Gott: Er beseitigt nicht mögliche Glaubenshindernisse (zum Beispiel Leid), aber je größer die Not, desto näher ist er denen, die sich entschlossen haben, ihm zu vertrauen.
Eli Diez-Prida
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






