Andacht vom 13.02.2010:
Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben. Jetzt kommt es darauf an, dass ihr euch nicht wieder vom Gesetz versklaven lasst. Galater 5,1 (Hoffnung für alle)
Vor einigen Jahren besuchte ich in einer ehemaligen Textilfabrik, die heute ein Museum für Zeitgeschichte ist, eine Sonderausstellung über die Entwicklung der Textilherstellung in den letzten 200 Jahren.
Am meisten bewegte mich die vorherrschende und selbstverständliche Kinderarbeit im 19. Jahrhundert. Die Kinder mussten bereits ab dem sechsten Lebensjahr täglich in die Fabrik, um dort mit ihren kleinen, gelenkigen Fingern die Baumwolle zu kämmen oder die Spinnmaschinen zu bedienen.
Die Produktionshallen waren dunkel und feucht. Die Kinder bekamen einmal am Tag ein Schälchen Buchweizengrütze und einen Lohn von umgerechnet 20 Cent. Nach Feierabend mussten sie zu Hause noch helfen, die jüngeren Geschwister und den Haushalt zu versorgen.
Wie gut, dass diese Zeiten heute zumindest in europäischen Ländern der Vergangenheit angehören und durch Gesetze eine derartige an Sklavenarbeit erinnernde Praxis verboten ist.
Mich haben diese Eindrücke lebhaft daran erinnert, dass bei Gott eine solche Plackerei auch abgeschafft wurde. Wenn wir uns für Jesus Christus entscheiden und an ihn glauben, sind wir Gottes Kinder geworden, die nicht ständig für ihn arbeiten müssen, sondern frei leben und sich entfalten können. Daran erinnerte auch Paulus die Christen in Galatien in seinem Brief, denn sie standen in der Gefahr, wieder in die "Sklaverei" der Gesetzesgerechtigkeit zurückzufallen. Sie waren von jüdischen Gläubigen, die immer noch von dem pharisäischen Gedankengut geprägt waren, verwirrt worden. Sie glaubten, dass ihre Erlösung nur durch eigene Anstrengungen und gute Werke verdient werden kann und hatten es nicht verstanden, dass sie durch Christi Erlösung ein für allemal von diesem Zwang befreit waren.
Auch für uns ist es wichtig, dass wir diese Erlösung und Freiheit im Glauben annehmen können und frei bleiben, um nicht wieder in die Knechtschaft des Verdienstdenkens zurückzufallen.
Doch das ist noch nicht alles. Allein durch den Glauben und nicht aufgrund unserer Leistungen werden wir mit Christus auferstehen und einen Platz in Gottes neuer Welt erhalten.
Die einzige "Arbeit", die wir tun müssen, ist, Gottes Angebot anzunehmen, uns bedingungslos Jesus anzuvertrauen und in seiner Nachfolge zu bleiben.
Gabriele Baur
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






