Andacht vom 14.02.2010:
Jesus sah ihn dort liegen. Er erkannte, dass der Mann schon lange unter seiner Krankheit litt, und fragte ihn: "Willst du gesund werden?" Johannes 5,6 (Gute Nachricht Bibel)
Johannes leitete den Bericht über die Heilung des Kranken am Teich Betesda mit dem Hinweis ein, dass Jesus anlässlich eines jüdischen Festes nach Jerusalem ging. Die am Fest teilnahmen, waren die Fröhlichen, aber es gab auch andere, die nicht mitfeiern konnten: die Einsamen, Armen und Kranken. Jesus ging aber zunächst dorthin, wo sich all die elenden Menschen versammelt hatten, zum Teich Betesda. Unter ihm befand sich eine Wasserquelle, die von Zeit zu Zeit aufsprudelte. Man glaubte, ein Engel bewege das Wasser und dann habe es eine heilende Wirkung.
In den umgebenden Hallen lagen ständig Kranke, die auf Heilung hofften. Doch selbst das konzentrierte Elend am Teich Betesda bewirkte keine Gemeinschaft des Helfens. Vielmehr herrschte auch dort Konkurrenz, denn nur einer wurde gesund, wenn sich das Wasser bewegte.
Jesus wandte sich unter den vielen Kranken einem zu, der schon seit 38 Jahren krank war. Wie lange er schon am Teich lag, wird nicht erwähnt. Da er keinen Menschen hatte, der ihm half, rechtzeitig in das Wasser zu kommen, hatte er alle Hoffnung verloren.
Jesus fragte ihn: "Willst du gesund werden?" Die Frage kam dem Kranken so unerwartet, dass er, statt sie zu beantworten, seine Krankengeschichte erzählte - am Ende mit der bitteren Feststellung: "Ich habe keinen Menschen..." (Joh 5,6.7) Diese Not trifft oft noch härter als die Krankheit selbst.
Um uns herum leben auch Menschen, die sich in ihrer Not allein gelassen fühlen. Bitten wir Jesus um offene Augen für diejenigen, die enttäuscht sind, sich allein fühlen, die auf ein ermutigendes Wort hoffen oder auf praktische Hilfe warten.
Jesus ging auf die Krankengeschichte des Gelähmten nicht ein, sondern befahl ihm: "Steh auf, nimm deine Matte und geh!" (V. 8 GNB) Woher sollte er die Kraft nehmen? Dem stand die Wirklichkeit seiner Krankheit entgegen. Doch wenn Jesus solch einen Befehl gab, dann würde im Moment des Vertrauens und Gehorsams auch die Heilung geschehen.
Wenn Gott etwas befehlt, wozu wir aus uns heraus nicht in der Lage sind, dann dürfen wir sicher sein: Vor Gottes Imperativ steht immer ein Indikativ - das, was Jesus bereits für uns getan hat und tut. Daran halte dich! Er wird dir Kraft und das Vermögen zu allem geben, was er von dir erwartet.
Manfred Böttcher
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






