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Andacht vom 28.02.2010:

Als er [Jesus] die vielen Menschen sah, hatte er großes Mitleid mit ihnen. Sie waren hilflos und verängstigt wie eine Schafherde ohne Hirte. Matthäus 9,36 (Hoffnung für alle)

Im vorausgehenden Vers dieses Berichts stellte Matthäus fest, dass Jesus in den Gotteshäusern und überall im Lande die Heilsbotschaft vom Reich Gottes verkündigte. Es gab also im ganzen Land ein religiöses Angebot mit wöchentlichen Gottesdiensten, an denen jedermann teilnehmen konnte. Sicher liefen sie in guter Ordnung und traditionsbewusst ab. Und doch sah Jesus viele Menschen, die hilflos und verängstigt waren - ohne Hoffnung und Ziel.

Da erhebt sich nur die Frage nach dem Inhalt der Predigten, die Woche für Woche, Jahr für Jahr zu hören waren. Eine Predigt soll doch den Hilflosen aufhelfen, den Verängstigten Mut machen und Menschen ohne Hoffnung und Ziel einen Ausblick geben! Wo das versäumt wird, irren sie wie Schafe ohne Hirten durch das Leben - auch heute!

Das alles wusste Jesus, und deshalb zielte sein Angebot auf die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Wo sie krank waren, bot er Heilung an, wo Hunger herrschte, gab er Speise. Aber ihm war klar, dass diese Hilfe nur vorübergehend war: Menschen können wieder krank werden, und Hunger werden sie morgen erneut haben.

Jesu Mitleid reichte über den Tag hinaus. Er wollte mehr für die tun, die ihm ohne Hoffnung und Ziel nachliefen. Er strebte eine Lösung an, wo Leid und Schmerzen, Krankheit, Angst und Hunger kein Thema mehr sein werden. Deshalb verkündigte er im ganzen Land seine Heilsbotschaft vom Reich Gottes. Das war seine Predigt, die den Ablauf der üblichen Gottesdienste sprengte und neuen Glanz in die Augen der Zuhörer brachte.

Das "Reich Gottes" muss mehr sein als eine Weiterentwicklung der Reiche dieser Welt. Es muss etwas Neues, ganz anderes kommen - etwas, das Gottes Absichten und Möglichkeiten uneingeschränkt verwirklicht. Jesus soll allein herrschen und gestalten. Und er verkündigte: Genau das werde ich für euch tun. Mit weniger werde ich mich nicht zufrieden geben. Bitte, erzählt das den Menschen. Und sagt ihnen, dass das Reich Gottes schon angebrochen ist, damit sie Mut fassen und eine Zukunft sehen, für die es sich zu leben lohnt!

Lieber Gott, lass mich in jedem Gottesdienst die Botschaft vom Reich Gottes hören und sie anderen Menschen weitersagen!

Johannes Fiedler

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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