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Andacht vom 01.03.2010:

Der HERR sagt: "Schnell! Flieht aus dem Land im Norden! Ich, der HERR, hatte euch in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Doch jetzt beeilt euch, ihr Israeliten in Babylonien, rettet euch!" Sacharja 2,10.11 (Hoffnung für alle)

Dieser Aufruf des Propheten Sacharja galt jenen, die - obwohl sie längst die Möglichkeit zur Heimkehr nach Israel erhalten hatten - noch immer im Exil in Babylon lebten. Weshalb waren sie noch nicht in ihre Heimat zurückgezogen?

Siebzig Jahre Exil waren eine lange Zeit. Irgendwie mussten sie sich arrangieren. Die ersten Jahre in Babylon waren hart gewesen, aber nun hatten sie sich mit Land und Leuten angefreundet, waren in vielen Fällen zu Besitz und Ansehen gekommen, manche in Regierungsämter wie Daniel und seine drei Freunde. Wie konnte dann ein Land in der Ferne anziehend sein, das viele von ihnen nur vom Hörensagen kannten und wo vieles in Trümmern lag?

Wenn wir heute von der kommenden Welt Gottes reden, ist das für uns ebenfalls ein Land, das wir nur vom Hörensagen kennen. Keiner von uns war bislang dort, niemand kennt es aus eigener Anschauung. Sehr gut kennen wir jedoch unseren Alltag hier, den wir - manchmal mühevoll, manchmal mit Glück - täglich zu bewältigen haben. Kein Wunder, dass der Blick zum eigentlichen Heimatland mitunter verschwimmt. Es bleibt uns ja kaum eine Wahl, als uns auf dieser Erde einzurichten, so gut es eben geht.

Wessen Blick auf die kommende Welt trübe wird, büßt eine wichtige Hoffnung ein. Sie hat Generationen von Menschen geholfen, ohne billige Vertröstung zu leben. Lassen wir uns die Aussicht auf die großartige Zukunft nicht verstellen!

Junge Menschen schieben den Gedanken an die Wiederkunft Christi gern noch ein wenig beiseite, denn es gibt doch für sie auf dieser Welt noch viel zu entdecken und zu erleben. Ältere haben vielleicht die Zeiten der begeisterten Hoffnung hinter sich gelassen und sind müde geworden im Alltag und der Gewöhnung an das Hier und Heute.

So verständlich das ist, zeigt es aber, wie wenig wir die künftige Welt Gottes kennen. Wer am irdischen Dasein fest hängt, ist wie jemand, der gern noch etwas Dreirad fahren möchte, obwohl der elegante Sportwagen bereits auf dem Hof steht - allerdings noch von einer Hülle überdeckt.

Geben wir die Hoffnung nicht auf - der Herr kommt bestimmt!

Matthias Müller

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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