Andacht vom 07.04.2010:
Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen. Apostelgeschichte 24,16
Geplagt vom schlechten Gewissen nach einem Gebet im Frankfurter Dom hat sich ein gescheiterter Bankräuber der Polizei gestellt. Der Obdachlose hatte versucht, eine Bank in der Innenstadt zu überfallen. Er verschwand jedoch wieder, als der Bankangestellte ihn nicht ernst nahm. Der 41-Jährige ging daraufhin in den Dom, um zu beten. Danach beschloss er, der Polizei zuvorzukommen und sich zu stellen.
Es ist gar nicht so einfach, nach seinem Gewissen zu handeln, denn in wie viele Konflikte kann man dadurch geraten! Als Jesus seinen Jüngern sagte, dass sie ihn alle verlassen werden, meinte Petrus: "Wenn dich auch alle anderen verlassen - ich halte zu dir!" (Mt 26,33 Hfa) Obwohl Jesus ihm entgegnete: "In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen", war sich Petrus sicher, dass er das nie tun würde (V. 34.35).
Als Jesus im Garten Gethsemane verhaftet werden sollte, schlug Petrus mit seinem Schwert auf einen der Soldaten ein und hieb dessen rechtes Ohr ab. Obwohl Jesus Petrus befahl, sein Schwert wieder einzustecken, gab dieser nicht auf und folgte Jesus bis zum Palast des Hohenpriesters. An der Tür zum Innenhof wurde er gefragt: "Gehörst du nicht auch zu den Jüngern dieses Mannes?" (Joh 18,17 Hfa) Petrus verneinte das und erhielt Einlass.
In der Nacht wurde es kalt und er wärmte sich mit den Bediensteten an einem Feuer. Sie fragten ihn, ob er nicht auch ein Jünger Jesu sei. Petrus leugnete erneut. Doch einer, der bei der Verhaftung Jesu dabei war, ließ nicht locker und sprach ihn nochmals an. Da bekam Petrus große Angst, und bevor der Hahn krähte, hatte er Jesus dreimal verleugnet (V. 18-27).
Anschließend weinte Petrus bitterlich. Er hatte versagt und das Gewissen plagte ihn, doch er konnte das Geschehene nicht mehr rückgängig machen.
Nach Jesu Auferstehung begegneten sich beide wieder. Dreimal fragte Jesus: "Simon ... hast du mich wirklich lieb?" Aufrichtig antwortete der: "Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!" (Joh 21,15-17 Hfa) Jesus vergab ihm.
Paulus sprach ganz bewusst davon, dass er sich darin übt, "ein unverletztes Gewissen zu haben". Auch wir müssen dies üben, denn wir versagen leider immer wieder. Wenn dann das Gewissen schlägt, sollten wir an Petrus denken, unser Versagen eingestehen und mit Jesu Hilfe wieder versuchen, unserem Gewissen zu folgen.
Holger Teubert
8. APRIL 2009
Die übrige Saat aber fiel auf fruchtbaren Boden. Das Getreide wuchs heran und brachte das Hundertfache der Aussaat als Ertrag. Lukas 8,8a (Hoffnung für alle)
Zum Abschluss eines Seminars erhielt ich von den Teilnehmern als Geschenk ein kleines Pflänzchen. Das kleine "Bäumchen" soll wachsen und eines Tages wird es viele, viele Samen abgeben. Wenn sie auf guten Boden fallen, werden sie neues Leben hervorbringen.
Ich habe das Pflänzchen an einen hellen, sonnigen Platz gestellt. Immer wieder habe ich es beobachtet. Aber es wollte nicht wachsen. Es sah so traurig aus. Nach fast einem Jahr des Wartens entschloss ich mich, es in einen größeren Topf mit frischer Erde zu setzen. Es sah so winzig klein darin aus. Aber wie staunte ich, als schon nach einigen Wochen die Pflanze immer mehr Blätter bekam und schnell größer wurde!
Diese Erfahrung mit meinem Bäumchen erinnert mich an das Gleichnis Jesu in Lukas 8. "Der Same ist das Wort Gottes", heißt es da (Lk 8,11). Same, aus dem neues Leben wachsen kann. Aber dieses Leben wächst nur, wenn es auf guten Boden fällt. Die Menschen, die das Wort hören und im Herzen behalten, werden Frucht hervorbringen.
Ich merke immer wieder, dass es nicht genügt, nur hin und wieder schnell ein wenig in der Bibel zu lesen. Manchmal wundern wir uns, dass wir nicht oder nur wenig wachsen und die Frucht ausbleibt. Vielleicht wäre es dann an der Zeit, uns wieder mehr mit "frischer Erde" zu versorgen, damit wir die nötigen Nährstoffe bekommen und auch genug Raum zum Wachsen da ist.
Jesus selbst ist dieses lebendig gewordene Wort. Die "frische Erde" bekommen wir allein von ihm. Johannes beschreibt, wie er dieses Wort betrachtet, mit den Händen betastet und es gesehen und verkündigt hat (1 Joh 1,1-3). Möchtest du Jesus auch so erleben und erfahren? Er verändert unser Leben und bewirkt Frucht, wenn wir mit dem Mund, den Händen und dem Herzen "das Leben" weitergeben.
Mein Pflänzchen ist in der Zwischenzeit zu einem Baum geworden und es sind aus seinem Samen schon viele neue kleine Schösslinge hervorgegangen. Immer, wenn ich in mein Büro komme und dieses Bäumchen sehe, werde ich an das genannte Gleichnis erinnert. Es ist eine wunderbare Aufgabe, eine Verkündigerin oder ein Verkündiger des Lebens zu sein.
Jesus Christus, lass mich heute für andere ein Leben spendender Same sein.
Ingrid Naumann
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






