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Andacht vom 21.05.2010:

Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Apostelgeschichte 1,8-10

"Hinterm Horizont geht's weiter", singt Udo Lindenberg immer noch. Doch die Realität ist, dass wir Menschen in der Regel kaum über unseren Horizont hinaus denken. Das verhindert einen Aufbruch und die nötige Veränderung. Sätze wie "Das klappt sowieso nicht!", "Das haben wir schon immer so gemacht!" oder "Ich glaube nur, was ich sehe" bringen das zum Ausdruck. Und selbst gläubige Menschen sehen oft nur sehr begrenzt.

So ähnlich ging es den Jüngern bei der Himmelfahrt Jesu. Sie sahen Jesus nach, bis er ihren Blicken entschwand und hinter ihrem Horizont war. Doch das war nicht das Ende der Beziehung zwischen Jesus und ihnen. Hinter dem Horizont ging es für Jesus weiter: Er ging in die andere Wirklichkeit ein, in die Gegenwart Gottes, wo er seitdem als himmlischer Hohepriester für die Menschen wirkt.

Auch für die Jünger ging es weiter. Ihr Glaubenshorizont war nach der Kreuzigung durchbrochen worden: Waren sie enttäuscht und mutlos gewesen, erfuhren sie durch die Begegnung mit dem Auferstandenen Hoffnung und Ermutigung. Nicht nur ihr geistiger und geistlicher Horizont wurde erweitert, auch die territorialen Grenzen wurden von ihnen gesprengt: Bis ans Ende der Welt sollten sie das Evangelium tragen. Sie gingen mutig los - ausgerüstet mit der Kraft des Heiligen Geistes.

Wie können unsere menschlichen Begrenzungen erweitert, Blockaden gelöst und Horizonte durchbrochen werden? Wie können wir neu denken und mutig handeln? Zum einen durch die Gewissheit, dass hinter unserem menschlichen Horizont die Wirklichkeit Gottes ist, wo Jesus Christus für uns eintritt. Zum zweiten durch den Beistand des Geistes, der uns führt, ermutigt, herausfordert und Kraft zum Handeln gibt. Zum dritten durch die Dynamik des Evangeliums, das diese Welt durchdringt und das Reich Gottes baut. So macht uns die Himmelfahrt Jesu Mut zum eigenen Aufbruch und gibt uns die Hoffnung, dass Gott uns immer wieder über unseren begrenzten Horizont hinaussehen lässt.

Roland E. Fischer

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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