Andacht vom 22.05.2010:
Nun ist die Zeit der Bestrafung gekommen für alle, die die Erde zugrunde richten: Jetzt werden sie selbst zugrunde gerichtet. Offenbarung 11,18c (Gute Nachricht Bibel)
Unsere Welt ist scheinbar klein geworden. Ein Freund musste berufich für ein Vierteljahr nach Buenos Aires, eine Freundin zu einem Kongress nach New York, ein anderer zieht nach Westafrika. Immer wieder war ich am Flughafen, um jemanden zu verabschieden oder ihn mit einer Umarmung herzlich willkommen zu heißen.
Über das Internet telefoniere ich kostenlos mit meiner Freundin in New York, aus Argentinien bekomme ich Fotos per E-Mail geschickt. Die Menschen, die mir lieb sind, sind zwar Tausende von Kilometern von mir entfernt - und doch so nahe. Sie bringen die Welt in mein Arbeitszimmer und auf meinen Computer.
Die Welt ist scheinbar klein geworden. Alles ist miteinander irgendwie verbunden und vernetzt. Doch das hat nicht nur positive Auswirkungen. Der Klimawandel, den wir in Westeuropa, Nordamerika und China durch unseren Lebensstil mitverschulden, hat Auswirkungen in der Antarktis, in Bangladesh oder Indonesien. Und gerade, weil unsere Welt klein geworden ist, können wir es uns nicht mehr leisten, klein zu denken, denn es geht nicht nur um mich, um meine Stadt, mein Land, sonder auch um die von Gott einst so gut geschaffene Welt. Für ihre Erhaltung und Bewahrung tragen wir Verantwortung, denn am Ende wird Gott die bestrafen, die "die Erde zugrunde richten" (Offb 11,18c GNB).
Alle internationalen Klima-Konferenzen, alle Beschlüsse und Empfehlungen werden scheitern, wenn wir den Zustand auf unserer Erde nicht zu unserem ganz persönlichen und konkreten Anliegen machen. Es ist leicht, ein Gesetz zu fordern, das den C02-Ausstoß begrenzt; es ist schon erheblich schwerer, die gesetzlichen Bestimmungen tatsächlich umzusetzen. Eine einfache Möglichkeit ist zum Beispiel, elektrische Geräte, die nicht gebraucht werden, ganz auszuschalten, statt sie im Standby-Betrieb laufen zu lassen. Allein dadurch könnte man in Deutschland auf zwei Großkraftwerke verzichten, wenn das alle tun würden.
Was wir an einem Ende dieser Welt tun, wirkt sich am anderen Ende des Planeten aus. Wir können heute nicht mehr sagen: "Wir haben es nicht gewusst!" Gott hat uns diese Erde anvertraut. Übernehmen wir heute, an diesem Tag, ganz bewusst Verantwortung, und fangen damit in unserer kleinen persönlichen Welt an!
Beate Strobel
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.






