Andacht vom 09.06.2005:
Ob weiß, ob schwarz
Durch den Glauben an Jesus Christus seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden. Ihr gehört zu Christus, weil ihr auf seinen Namen getauft seid. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Christus seid ihr alle eins. Galater 3,26-28 (Hoffnung für alle)
Vor mir liegt der Text des Gebetes eines Afrikaners. Es hilft mir, Menschen aller Rassen und Hautfarben zu lieben und als meine Mitmenschen anzunehmen. Dieses Gebet lautet: "Jesus, du wurdest von einer hebräischen Mutter geboren. Babylonische Gelehrte huldigten dir. Du warst voller Freude über den Glauben einer syrischen Frau und eines römischen Hauptmanns. Die Griechen, die dich suchten, hast du freundlich aufgenommen. Dein Kreuz trug ein Afrikaner, und du wurdest im Grab eines jüdischen Beamten begraben. Herr, wir danken dir, dass wir zu dir gehören. Hilf uns, Menschen aller Rassen und Völker zu Bürgern deines Reiches zu machen."
In allen Jahrhunderten wurden Menschen wegen ihrer Rasse oder Hautfarbe diskriminiert. Auch Christen haben sich daran beteiligt und anderen Menschen dadurch großes Leid zugefügt. Die weiße Oberschicht von Südafrika gründete eine eigene Kirche und baute Gotteshäuser, die von der schwarzen Bevölkerung nicht betreten werden durften. Dieses Verhalten tut mir weh, denn es entspricht ganz gewiss nicht der Botschaft Jesu, der für die Schuld aller Menschen gestorben ist, um sie mit Gott zu versöhnen.
Auf meinen Reisen in viele Länder der Erde begegnete ich Männern und Frauen unterschiedlichster Bildung, Rasse, Hautfarbe und Kultur. Die Liebe Jesu und die gemeinsame Hoffnung auf sein Reich verbanden uns trotz aller äußeren Unterschiede. Diese Verbundenheit erlebe ich bis heute immer wieder. Ich empfinde sie als große Bereicherung. Auch du kannst diese Verbundenheit erleben und bezeugen - vielleicht gerade heute!
Helmut Mayer
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





