Andacht vom 24.11.2005:
... wenige sind auserwählt!
Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der Herr, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. Zefanja 3,16.17
Der Prophet Zefanja lebte zur Zeit des Königs Josia und verkündete dem Volk in Jerusalem Gottes Strafgericht. Der kleine Rest von Gläubigen, der daraus geläutert hervorging, sollte die eigentliche Gottesgemeinde bilden. Ihr galt die oben genannte Verheißung.
Auch uns, die wir uns zur heutigen Gemeinde Jesu zählen, ist dieses Versprechen gegeben. Auch wir brauchen uns nicht zu fürchten und nicht den Mut zu verlieren, denn "der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte" (Elberfelder Bibel). Eine Gemeinde, deren Mittelpunkt Christus ist, hat Bestand. Selbst die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.
Ist allerdings Gott nicht Mittelpunkt der Gemeinde, dann ist alles umsonst. Dann hilft auch keine Traditionspflege, kein krampfhaftes Bemühen, alte Formen zu bewahren oder sie wieder einzuführen. Hilfreich ist allein die vertrauensvolle Hinwendung zu Gott. Das bedeutet, dass ich Gottes Geist in mir wirken lasse, damit ich erkenne, worin meine Aufgabe in der Gemeinde besteht. Dort soll ich mich nämlich nicht nur "bedienen" lassen, nicht nur reden und Kritik üben, sondern meine Fähigkeiten und meine Tatkraft aktiv einbringen. Nicht zuletzt muss ich lernen, auch meine Glaubensbrüder und -Schwestern in ihrer Eigenart zu akzeptieren. Erst dann wird für mich Gottes Versprechen wahr, dass er mir zur Seite steht und mich rettet. Erst dann können wir auch Zefanja 3,17 auf uns beziehen: "Von ganzem Herzen freut er sich über euch. Weil er euch liebt, redet er nicht länger über eure Schuld. Ja, er jubelt, wenn er an euch denkt!" (Hfa)
Heinz Weigmann
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





