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Verfasser: Pierre Intering
Erschienen in:603

Heiraten Sie nicht, wenn Sie glücklich werden wollen!

Wie echtes Glück erlebt werden kann

(c) JupiterImages Corporation
Allen Paaren, die sich im Wonnemonat Mai das "Jawort" geben, und jenen, die vom romantischen Glück in einer zukünftigen Ehe träumen, sei folgender Rat ans Herz gelegt: "Heiraten Sie nicht, wenn Sie glücklich werden wollen!" Halt, damit kein Missverständnis entsteht - das ist keine Werbung für die "wilde Ehe" und noch viel weniger der Versuch, die Werbetrommel für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu rühren. Niemals. Wenn zwei Menschen in einer eheähnlichen Gemeinschaft ohne Trauschein leben, haben sie das Glück keineswegs gepachtet und die durch die Filmindustrie intensiv beworbenen "Homo-Partnerschaften" liegen auch nicht in der Absicht unseres Schöpfers. Dies ist aber ein anderes Thema.

Muss noch eine neue Form der Partnerschaft erfunden oder die Partnerschaft überhaupt abgeschafft werden? Nein, es geht nicht darum, ob jemand eine Ehe eingehen soll oder nicht, sondern darum, mit welcher Einstel­lung jemand heiraten möchte. Nicht die Hei­rat ist das Problem, sondern unsere Vorstel­lung davon. Verändern wir nur ein (1) Wort in der Aufforderung und es wird deutlich, worum es geht: "Heiraten Sie, wenn Sie glücklich machen wollen!" Zwischen "glücklich werden und "glücklich machen" liegen Wel­ten.

Glücklich werden oder glücklich machen?

Der Beginn einer Liebe ist meist der einfachste Teil einer Beziehung. In den Filmen aber wird dieser Anfang oft als der schwierigste Teil dargestellt. Dort, wo das echte Leben in der Partnerschaft beginnt, hört der Film auf - "zum Glück", könnte man etwas sarkastisch hinzufügen.

Bei frisch Verliebten ist vieles so einfach. Er befindet sich im "sieb­ten Himmel" und sie schwebt auf einer Wolke und "wird auf Händen getragen". Er liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab und sie stärkt mit ihren schmeichelnden Komplimenten sein Selbstbewusstsein. Beide sind einfach glücklich. Kein Wunder, denn man macht sich glücklich - das heißt, jeder überlegt sich, wie er dem anderen eine Freude bereiten kann. Schlechte Gewohnheiten werden, wenn sie überhaupt bemerkt werden, als Schwächen toleriert. Über nicht eingelöste Versprechen tröstet entweder ein wunderschöner Blumenstrauß oder ein gewinnendes Lächeln. Selbst bei gröberen Pannen bringt ein sanftes "Entschuldige, bitte" die Welt wieder in Ordnung.

Mit der Zeit lässt aber die Wirkung der sprichwörtlichen Glückshormone nach. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Das Herzklopfen, die fast unerträgliche Sehnsucht nach dem anderen verflüchtigt sich. Doch etwas noch Schöneres und noch Größeres erwartet die Liebenden - wenn da nicht so oft die veränderten "Sehgewohnheiten" wären. Man blickt immer öfters auf sich selbst, zumindest was die Wünsche betrifft. Beim Partner hingegen fallen Eigenarten auf, für die man vorher blind war oder die man leicht nachsehen konnte. Nun fällt es aber immer schwerer, mit diesen Mängeln zu leben.

Wo alles beginnt

Der Fehler beginnt, wie so oft, schon am Anfang. Es ist träumerisch zu meinen, das die intensiven Gefühle des ersten Verliebtseins ewig anhalten. Die konzentrierte Aufmerksamkeit für den Partner am Anfang lässt natürlicherweise nach. Viele verschiedene Aufgaben müssen erledigt werden. Die Kinder verlangen einen nicht geringen Teil der Zuwendung und Liebe. Familie, Freunde, die Arbeit und persönliche Inter­essen nehmen Zeit in Anspruch. Plötzlich tauchen auch noch Pro­bleme auf, mit denen keiner gerechnet hat. Krankheiten, Arbeitsplatzprobleme, Geldsorgen und anderes mehr.

Da steht nun der arme Mensch und beklagt sein Unglück. Nicht nur die Umstände haben sich geändert, sondern auch die eigene Sicht, die sich immer mehr auf die Probleme und die Herausforderungen richtet. So nehmen die Dinge ihren Lauf. Überzogene Erwartungen und vernachlässigte Beziehungen bleiben nicht ohne Auswirkungen. Von der Traumprinzessin und vom Märchenprinzen bleibt nicht mehr viel übrig.

Was soll man tun?

Das ganze Problem kann man zwar nicht mit einem Satz und einer Reaktion lösen, doch eine Frage sollte immer wieder gestellt werden: "Wie mache ich glücklich!" Und nicht: "Wie werde ich glücklich?" (gemacht vom anderen). Ermutigung und nicht Vorwurf, freundli­che und nicht jammernde oder ärgerliche Worte, Aufmerksamkeiten, ohne dass man sofort welche zurückfordert, Mitgefühl und nicht Desinteresse und nicht immer die eigene Meinung durchsetzen - das sind Folgen einer veränderten Denkweise. Das mag je nach Situation manchmal schwer fallen, doch führt das in den allermeisten Fällen zu einem harmonischen häuslichen Frieden. Die Partner werden sich trotz mancher Schwierigkeiten und veränderter Umstände lieben und sich verbunden fühlen.

Was Gott damit zu tun hat

Jesus Christus gab uns ein Beispiel der selbstlosen Liebe, die wir in allen Bereichen unseres Lebens umsetzen können. Sein Leben lässt sich in Kurzform so beschreiben: Er liebte jeden Menschen, auch wenn seine Liebe nicht gebührend erwidert wurde. Er deckte zwar Unrecht auf, aber nur um mit seiner ehrlichen Zuwendung zu helfen. Er vertei­digte sich nicht, wenn ihm selbst Unrecht geschah. Auch bei größter Gefahr konnte er ruhig bleiben und andere beruhigen. Wie war das alles möglich? Er lebte nicht für sich selbst, führte aber doch ein freudiges und erfülltes Leben. Seinem himmlischen Vater die Ehre zu geben und die anderen Menschen glücklich zu machen war seine Grundeinstellung. Die Kraft dazu holte er sich in der stillen Gemeinschaft mit seinem Vater. Seine Mission bestand darin, glücklich zu machen. Jesus erntet trotz seines Leidens bis zum heutigen Tag die Früchte seiner Mission. Überall dort, wo Menschen ihn und seine Grundsätze in ihren Herzen herrschen lassen, zieht ein nie gekannter Friede ein - unabhängig von äußeren Umständen. Jesus lebte und starb für uns. Er nahm alle unsere Schuld auf sich, damit wir neu beginnen und auf eine Zukunft hoffen können, in der es nie wieder Beziehungsprobleme geben wird. Dort, wo die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf wieder aufgenommen wird und wo sich nicht alles egoistisch um die eigene Person dreht, werden Beziehungen heilen. Im Verständnis für den Anderen, in der Vergebung und im gegenseitigen Geben liegt das einfache Geheimnis des Glücks. Heiraten Sie, wenn Sie glücklich machen wollen!

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