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Verfasser: Raimund Fuchs
Erschienen in:Top Life Magazin 2 / 2006

Wenn der Vater mit der Tochter ...

Bewusste Zeit, gemeinsam erleben

Wie oft zeigt es sich, dass die Väter in den Familien sehr wenig Zeit für die Kinder finden. Bleibt doch vieles an der Frau hängen, weil der Beruf den Mann zu sehr in Beschlag nimmt. Mancher Vater würde ja gerne ... aber das tägliche Leben fordert seinen Tribut und so mancher Vorsatz bleibt auf der Strecke. Seit einigen Jahren bietet die Abteilung "Ehe und Familie" 1 Wochenenden an, die speziell die Väter motivieren sollen, mit ihren Kindern mehr Zeit zu verbringen. Es wird die Gelegenheit geboten, eine besondere Zeit zu erleben. 2005 wurde der Schwerpunkt auf die Beziehung "Vater-Tochter" gelegt. Väter aus verschiedenen Bundesländern Österreichs trafen sich mit ihren Töchtern zu einem besonderen Wochenende im sonnigen Kärnten. Jeder Vater durfte nur mit einer (1) Tochter anreisen, denn es ging darum, die Beziehung zu einem (1) Kind zu stärken und ihm einfach zu zeigen, wie wertvoll es ist - Vati reserviert sich für sein Mädchen ein ganzes Wochenende.

Was liegt näher als ein Wochenende mit Pferden? Schon bei dem Gedanken daran schlugen die Herzen der Mädchen höher. Mancher Vater musste da aber über seinen Schatten springen und später selbst erfahren: Das Glück der Erde liegt nicht immer auf dem Rücken der Pferde - etwas scherzhaft ausgedrückt: "Das Glück der Pferde ist der Reiter auf der Erde."

Neben tollen Ausflügen gab es auch Aufgaben zu erfüllen, die die Töchter mit ihren Vätern als Team zusammenschmieden sollten. Die Väter nahmen es ernst, ihren Töchtern zu zeigen, dass sie sie lieben. Besonders tiefgehend waren die "organisierten" Gespräche. Durften doch die Töchter zusammen ihre Vorstellung von einem idealen Vater präsentieren und von den Vätern hören, was sie unter einer idealen Tochter verstanden. Dann wurde es persönlich und jeder sagte dem anderen, was er an ihm schätzt und was er gerne ändern würde, wenn er es könnte (siehe unteren Kasten).

An diesem Vater/Tochter-Wochenende wurde allen klar: Den idealen Vater und die fehlerlose Tochter gibt es nicht. Doch es wurde recht deutlich, dass der Glaube an einen liebenden himmlischen Vater ein entscheidendes Bindeglied zwischen den Generationen ist. Verständnis und Mitgefühl sind dabei nur zwei der christlichen Grundsätze, die für ein harmonisches Miteinander Voraussetzung sind. Auch die Macht der Vergebung bewirkt veränderte Herzen, die immer wieder die Chance für einen neuen Anfang schenken. So konnte der eine oder andere an diesem Wochenende eine gewisse "Vergangenheitsbewältigung" erleben. Schön, dass dies möglich wurde. Doch die Väter, aber auch die Töchter werden noch genügend Gelegenheiten bekommen, in der Zukunft noch manches besser zu machen. In diesen Tagen wurde der Wunsch nach einem Vater/Tochter-Wochenende für erwachsene Töchter laut. Bei einer solchen Gelegenheit würde so mancher Anstoß kommen, Versäumnisse in der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Das Verhalten eines Vaters ist prägend und es wirkt sich entscheidend auf das spätere Leben der Tochter aus. Ist er doch der "erste Mann" in ihrem Leben! Ihr weiterer Umgang mit Männern, einschließlich der Sexualität, wird in jungen Jahren erheblich vom Verhalten des Vaters beeinflusst. Ihr Selbstwertgefühl und ihre eigene Sicht von Weiblichkeit liegen zu einem großen Teil in den Händen des Vaters.

Männer bereiten sich intensiv und jahrelang auf ihre Berufskarriere vor. Auf ihre verantwortliche Aufgabe als Vater sind sie jedoch oft auf sich alleine gestellt. Wie viel Vorbereitung erhält ein Mann für seinen "Job" als Vater? Unsere Einrichtung der speziellen Wochenenden und der "Elternschulen" setzen sich mit den wichtigsten Grundregeln der Verantwortung als Eltern auseinander und bieten grundlegende Hilfen an.

Mit biblischen Grundsätzen wie Vergebung und Versöhnung kann jede Beziehung heilen. In den Familien, in denen man lernt aufei-nander zuzugehen, den Anderen zu verstehen versucht und dabei seine Versäumnisse eingesteht, werden Glück und Zufriedenheit herrschen. Das ist Balsam in den Wunden einer angeschlagenen Gesellschaft.

Vorstellungen

Geäußert von Töchtern und Vätern auf der christlichen Freizeit

Wie sich Töchter den idealen Vater vorstellen

Er soll sich nicht aufregen, auch wenn sie schlechte Noten heimbringen.

Er soll nie laut werden.

Er soll früher nach Hause kommen.

Er soll sich mehr Zeit für die Tochter nehmen.

Er soll nicht zu viel essen.

Er soll Rat geben, wenn die Kinder Hilfe brauchen.

Er soll charismatisch sein.

Er soll gut zuhören können.

Er soll Stress abbauen, wo er nur kann.

Er soll verständnisvoll sein.

Er soll sportlich sein und auf seine Gesundheit achten.

Er soll fesch sein und auf sich schauen.

Er soll reinlich und ordentlich sein.

Er soll intelligent und spontan sein.

Er soll kochen können und im Haushalt helfen.

Er soll die Tochter in der Pubertät verstehen.

Er soll nicht schnarchen.

Er soll tierliebend sein.

Er soll mit seiner Tochter einkaufen gehen.

Er soll eine gut bezahlte Arbeit haben.

Er soll starke Muskel haben.

Er soll mehr mit den Kindern spielen.

Er soll große Hände zum Knuddeln haben.

Er soll gläubig sein.

Tipps von den Töchtern für die Väter

Versucht nicht, Mr. Perfect Daddy zu sein. Eure Töchter haben euch auch so, wie ihr seid, richtig gern.

Überarbeitet euch nicht!

Geht auch einmal früher von der Arbeit nach Hause, um mit uns zusammen zu sein.

Habt mehr Zeit für eure Töchter und unternehmt etwas mit ihnen.

Macht bitte nie frauenfeindliche Witze.

Bleibt locker und seid nicht so verkrampft.

Seid nicht nachtragend, lebt aus der Vergebung.

Bitte, nicht allzu streng sein.

Lächelt öfter einmal, seid humorvoll.

Wie sich Väter die ideale Tochter vorstellen

Sie soll sich etwas sagen lassen

Sie soll ihrem Vater gut zuhören.

Sie soll hilfsbereit sein.

Sie soll zufrieden und dankbar sein für das, was sie hat.

Sie soll eine gesunde, kritische Einstellung haben.

Sie soll einen guten Charakter besitzen.

Sie soll ihren Eltern vertrauen.

Sie soll fröhlich und lebensbejahend - einfach unbeschwert sein.

Sie soll geradlinig sein und sich durchsetzen.

Sie soll feinfühlig sein und abschätzen können, was sie sagt und tut.

Sie soll ehrlich und treu sein.

Die Pubertät soll für sie und die Familie zu keiner Lenskrise führen.

Sie soll gläubig sein.

Sie soll sich abhängig von Gott wissen.

Tipps von den Vätern für die Tochter

Sei freundlich gegen jedermann.

Versuche, anderen Menschen zu helfen.

Glaube, dass ich dich lieb habe.

Sage einmal deinem Vater, dass du stolz auf ihn bist und dass du ihn schätzt, er wird es erwidern.

Vergib deinem Vater, es gibt keinen Vollkommenen!

Halte durch, auch wenn es schwierig wird.

Bleibe treu.

Überprüfe alles und das Gute behalte.

Lerne zufrieden zu sein mit dem, was du hast.

Sei wahrheitsliebend und ehrlich.

Nimm die Menschen an, wie sie sind.

Wenn du Probleme hast, sprich mit deinen Eltern da-rüber.

Sage deinem Vater öfter, dass du ihn brauchst, lade ihn zu einem Spaziergang ein.

Pflege deine Beziehung zu Gott.

Wachse im Glauben und vertraue Gott.

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