Andacht vom 14.08.2008:
Einmal richtig abladen
Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Philipper 3,13.14
"Ich vergesse, was dahinten ist ..." Das wäre schön, wenn wir einfach alles vergessen könnten, was einmal war, vor allem und ganz speziell die dunklen und traurigen Zeiten unseres Lebens. Doch es funktioniert nicht, die Erinnerung bleibt und in bestimmten Situationen oder an gewissen Tagen ist alles wieder da, als wenn es gestern gewesen wäre.
Eine modernere Bibelübersetzung formuliert es so: "Ich lasse alles hinter mir ..." (GNB), was mir verständlicher erscheint. Es ist sehr wichtig, auch etwas hinter sich zu lassen und sich gedanklich nicht ständig mit den dunklen, vergangenen Zeiten zu beschäftigen. Das heißt nicht, dass wir alles ignorieren und verdrängen sollten, doch nach einer gewissen Zeit der Vergangenheitsbewältigung, sollten wir auch ein Schlussstrich gezogen werden. Was nicht bedeutet, dass alles Vergessen ist, doch unser Umgang mit dem Gewesenen sollte sich verändern. Wenn wir über die Vergangenheit immer und immer wieder nachgrübeln, kann der Rest unseres Lebens eine dauerhafte Talfahrt werden und uns zu einer regelrechten Lebensmüdigkeit führen.
Gott kennt uns in- und auswendig, er weiß um unseren Kummer und alle seelischen Nöte. Und zu ihm können wir mit allem kommen, er hat ein offenes Ohr für uns und ist in der Lage, sowohl unsere Sorgen als auch uns zu tragen, wenn wir nicht mehr können.
Wie gut ist es zu wissen, dass wir am Ende unseres Lebens nur an einem irdischen Ende angekommen sind und das Eigentliche, Beste noch vor uns liegt: ein Leben bei Gott, in dem es keinen Kummer, keine bedrückende Vergangenheit und keine Tränen mehr geben wird.
Darauf hoffe ich und daran glaube ich. Diese wunderbare Aussicht gibt mir Kraft und Mut das Gestern zu verarbeiten, das Heute zu gestalten und das Morgen zu erwarten.
Gabriele Baur
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





