Andacht vom 29.08.2004:
Die Suche
Stellt euch vor, eine Frau hat zehn Silbermünzen und verliert eine davon. Zündet sie da nicht ein Licht an, fegt das Haus und sucht in allen Ecken, bis sie die Münze gefunden hat? Lukas 15,8 (Die Gute Nachricht)
Die Häuser armer Leute im Orient bestanden damals aus einem fensterlosen Raum. Gefegt wurde nur selten. Eine heruntergefallene Münze konnte also leicht im Staub auf dem Boden verloren gehen. Um sie wieder zu finden, musste man selbst bei Tage eine Kerze anzünden und das Haus gründlich fegen. Zur Mitgift einer Frau gehörten damals meistens mehrere Silbermünzen. Dieser wertvolle Besitz wurde einer Tochter bei ihrer Heirat mitgegeben.
Ich stelle mir vor, dass eine Frau ihre Münzen einmal wieder ansehen wollte und ungeschickterweise eine Münze fallen ließ. So war es natürlich ein Anlass zu Freude, wenn das Geldstück wiedergefunden wurde. "Und dann ruft sie (die Frau) ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt zu ihnen: ,Freut euch mit mir, ich habe die verlorene Münze wiedergefunden!'" (V. 9 GN)
Die abhanden gekommene Münze steht für alle Sünder, die sich darüber nicht im Klaren sind, dass sie selber verloren sind. Die Münze verschwand im Haus. Sie war zwar noch ganz in der Nähe vorhanden, aber dennoch verloren.
Machen wir uns Gedanken über den geistlichen Stand unserer nächsten Angehörigen? Selbst unter Staub und Abfall blieb die Münze ein Silberstück. So ist jeder Mensch in Gottes Augen kostbar, auch wenn er durch die Sünde noch so heruntergekommen ist. Vieles in seinem Wesen ist von Sünde beschmutzt.
Auf einem Geldstück sind meist das Bild und der Name des Staatsoberhauptes eingeprägt. Gott möchte uns zurückholen und jedem sein Bild neu aufprägen. Möchtest du dich heute von IHM finden lassen?
Sigrun D. Czukta
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





