Andacht vom 26.08.2011:
Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi. Römer 16,16
Nachdem wir über zehn Jahre in einer Großstadt gewohnt haben, leben wir jetzt seit fünf Jahren in einem Dorf mit 200 Einwohnern. Vieles ist hier anders. Dazu gehört, dass auf der Straße fast jeder jeden grüßt.
Grüßen verbindet und wirkt häufig wie ein Türöffner. Wenn der Gruß noch mit einem freundlichen Lächeln verstärkt wird, fällt es sogar einem Griesgram schwer, weiterhin finster dreinzuschauen.
Überall treffen wir auf grüßenswerte Leute. Was hindert uns oft daran, Personen zu grüßen, denen wir auf dem Weg zur Arbeit begegnen oder die wir beim Einkaufen treffen? Ist es Ignoranz oder einfach nur Gedankenlosigkeit? Bin ich so mit mir und meinen Aufgaben beschäftigt, dass ich den Anderen gar nicht mehr bewusst wahrnehme?
Besonders Fremden hilft ein freundlicher Gruß, sich beachtet und respektiert zu fühlen. Außerdem ist es ein wirksames Mittel, um dem zunehmenden Trend der Anonymität, vor allem in Großstädten, entg eg enzuwirken.
Wenn Nachbarn und Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte, einander nicht mehr grüßen, ist die Beziehung gefährdet, gestört oder gar schon zerbrochen. Besonders schlimm wird es, wenn sich Verwandte oder gläubige Menschen grußlos begegnen.
Paulus forderte die Christen in vielen seiner Briefe auf, sich untereinander zu grüßen, sogar mit "dem heiligen Kuss" (Röm 16,16; 1 Kor 16,20; 2 Kor 13,12; 1 Ths 5,26). Es sollte also ein herzlicher Gruß sein. Das dürfte Christen untereinander nicht schwerfallen, denn unter ihnen sollte Geschwisterliebe herrschen (Röm 12,10a).
Bis heute fördert ein freundlicher Gruß das Klima in vielen Bereichen des Miteinanders. Oft entscheidet der Moment der Begrüßung, wie ich mich als Gast fühle. Es ist ein großer Unterschied, ob mir bereits an der Wohnungstür nur ein wortloses Nicken entgegengebracht wird oder ich mit einem freundlichen Blick, einem kräftigen Händedruck und einem fröhlichen "Hallo, sei mir willkommen", begrüßt werde. Auch in dieser Hinsicht können wir anderen Menschen Gutes tun.
Wilfried Krause
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





