Andacht vom 23.11.2005:
Götterdämmerung
Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, ie aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Johannes 5,28.29
Gewöhnlich werden diese Worte am Grab vorgelesen. Wie mag jemand beim Zuhören empfinden, der gerade einen geliebten Menschen verloren hat und sich fragt, ob mit dem Tod alles aus sei? Werden sie dem Trauernden nicht wie Hohn vorkommen?
Wer hat diese Worte gesprochen? In welchem Zusammenhang? Und wie zuverlässig sind sie?
Es ist Jesus persönlich, der diese Worte gesagt hat. Er hatte unmittelbar davor einen Menschen geheilt, der als unheilbar krank galt. Achtunddreißig Jahre lang litt er bereits unter seiner Krankheit. Und nun wurde er von Jesus geheilt, und zwar an einem Sabbat - für die Juden eine Gotteslästerung! Dafür wollten sie Jesus töten. Um seine Autorität als Gottessohn zu unterstreichen, sprach er die Worte unseres heutigen Bibeltextes: Ich kann sogar Tote zum Leben auferwecken!
Die Frage ist nun, ob wir Jesus Christus so viel zutrauen, ob wir glauben, dass er mächtig genug ist, sogar Tote aufzuerwecken. Ich bin davon überzeugt, dass er es kann. Es gibt ja in der Bibel genug Hinweise darauf, dass er diesen Anspruch zu Recht erhebt. Darum haben diese Worte am Grab eine Berechtigung, weil sie derjenige gesprochen hat, der Herr über Leben und Tod ist.
Ob wir diese Aussage Jesu für wahr halten, hängt nicht so sehr davon ab, ob wir eine Auferstehung für möglich halten oder nicht, sondern davon, ob wir Jesus so viel zutrauen! Wie viel wir Jesus Christus zutrauen, hängt wiederum davon ab, wie gut wir ihn kennen, welche Erfahrungen wir mit ihm gemacht haben - vor allem aber davon, ob wir eine eigene, persönliche Beziehung zu ihm haben.
Günter Fraatz
Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.





