| Verfasser: | Sonja Kopa |
Bildlich gesprochen (Teil 1) - Warum?
Was es mit den Gleichnissen Jesu auf sich hat
"Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch" (Joh.7,46 LÜ) ? dies ist das Zeugnis vieler Zeitgenossen Jesu, die von seinen Predigten ergriffen waren und deren Leben durch ihn eine bedeutende Veränderung erfuhr. Doch Jesu Worte waren nicht nur für seine unmittelbare Umgebung gedacht ? nein, sie berühren und verändern auch heute Menschenherzen. Jesus bediente sich häufig der Bildsprache, um seinen Jüngern und uns wesentliche Tatsachen begreifbar zu machen. Warum?
Bilder haben eine gewaltige Wirkung auf die menschlichen Sinne. Illustrierte, Filme, Werbung ? alles lebt von den Bildern. Erst seit einigen Wochen wachsen auf den Wiener Straßen sogenannte "Rolling boards" mit wechselnden Werbeflächen aus dem Boden. Was in internationalen Metropolen bereits etabliert ist, soll nun auch die Aufmerksamkeit der Österreicher fesseln. Dass niemand davon gänzlich unberührt bleibt, wurde mir schnell bewusst, als ich neulich vor einer bereits grünen Ampel stand und immer noch auf die wechselnde Werbung auf solch einem "Rolling board" fixiert war. Zum Glück bringen ja Autofahrer ihren Unmut sehr schnell lautstark zum Ausdruck....
Bilder prägen. Reichlich illustrierte Kinder- und Schulbücher helfen, sich Inhalte besser zu merken. Und wer hat sich nicht schon mit sogenannten "Eselsbrücken" weitergeholfen, die letztendlich doch auch nur eine Art Bild sind, welches mit dem eigentlichen Inhalt verbunden wird. Haben Sie schon einmal versucht, sich 10 unzusammenhängende Worte in kürzester Zeit einzuprägen? Schließen Sie ihre Augen und stellen sie sich dazu eine Geschichte vor. Sie werden staunen.

"Jesus benutzte immer wieder Beispiele, wenn er zu den Menschen sprach. In keiner seiner Predigten fehlten sie. Hier erfüllte sich das Prophetenwort (aus Psalm 78,2): 'Ich werde in Gleichnissen zu ihnen reden. Geheimnisse, die seit Weltbeginn verborgen waren, will ich ihnen enthüllen'."
- Matthäus 13,34.35 Hfa
Jesus hatte ein sehr differenziertes Publikum. Er sprach zu einfachen Bauern, Fischern und Handwerkern, zu den verachteten aber wohlhabenden Zöllnern, zu den angesehenen aber heuchlerischen Pharisäern und Schriftgelehrten und zu den ungläubigen und gehassten Römern. Er hatte treue Menschen um sich, die ihn liebten und beinahe bereit waren, ihr Leben für ihn zu lassen, wenn es notwendig wäre. Er hatte aber auch ständig Spione in der Menge, die nur nach einem Grund suchten, um ihn zu töten. Und er hatte ein enorm wichtiges Geheimnis zu enthüllen ? wie wir bereits oben gelesen haben. Deshalb wählte er eine Sprache, die für alle Schichten leicht verständlich war aber nie reichte, um ihn anzuklagen. Jesus wollte seine lebensrettende Botschaft an so viele Menschen wie nur möglich weitergeben, bevor er zuließ, dass man ihn unschuldig ans Kreuz nagelte. Auf die Frage der Jünger, warum er denn immer in Gleichnissen rede, antwortete Jesus: "Ihr könnt die Geheimnisse des Reiches Gottes verstehen, anderen sind sie verborgen." (Matthäus 13,10.11 Hfa) Wer die Worte Jesu begreifen wollte, der konnte es auch.
Jesus hielt nie wissenschaftliche Abhandlungen über theologische Themen. Er sprach einfach und doch so wirkungsvoll, dass die jüdischen Würdenträger vor ihm großen Respekt hatten. Seine Sprache war bildlich und leicht zu verstehen. Jesus liebte Kinder über alles und er sprach meist so, dass auch die Jüngsten seine Worte verstehen konnten. Ja noch viel mehr ? er lehrt uns sogar, dass wir in mancher Hinsicht so werden müssen wie ein Kind, um ihn wirklich kennen zu lernen. (Lukas 18,15-17). "Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns schenkt! Denn wir dürfen uns nicht nur seine Kinder nennen, sondern wir sind es wirklich!" (1. Johannes 3,1 Hfa)
Wie wir in der Einleitung schon festgestellt haben, lassen sich in Bilder verpackte Dinge viel leichter einprägen. Jesus verkündete eine bedeutende Botschaft. Für ihn war daher wichtig, dass die Menschen seine Worte auch im Herzen behalten. Als der Apostel Johannes auf der Insel Patmos verbannt war, schrieb er: "Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe" (Offenbarung 1,3 LÜ) Es ist eine Sache, Worte zu hören oder sie zu lesen. Das heißt noch lange nicht, dass wir diese Worte auch behalten. Jesus sprach in Gleichnissen, weil er wollte, dass allen Menschen - ob seinen unmittelbaren Zeitgenossen oder uns in der heutigen Zeit ? seine "Worte des Lebens" (Johannes 6,68 LÜ) leicht in Erinnerung bleiben.
Jesus verwendete hauptsächlich Bilder aus der Natur, um uns Menschen die Erlösungsbotschaft Gottes näher zu bringen. Die Natur ist der Liebesbrief Gottes an uns. Auch wenn der Großteil ihrer Schönheit von uns schon zerstört wurde, können wir immer noch das Flüstern Gottes darin wahrnehmen. Paulus schreibt: "Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Deshalb kann sich niemand damit entschuldigen, dass er von Gott nichts gewusst hat." (Römer 1,20 Hfa)

Dies ist die Botschaft, die Gott in die Blumen gelegt hat. Er möchte, dass wir jedes Mal daran erinnert werden, wenn wir sie betrachten. Und das ist nur ein winziger Teil der Botschaft, den uns Jesus durch anschauliche Bilder vermittelt. Doch mehr davon beim nächsten Mal.
Diese Bücher vertiefen das Thema
Ellen G. White: "Bilder vom Reiche Gottes"
Jesus malte seinen Zeitgenossen stets wunderbare Bilder vom Reiche Gottes vor Augen. Er sprach in Gleichnissen aus der Natur und dem Alltagsleben, die auch heute noch dem Verständnis jedes Menschen zugänglich sind. Seit den Tagen Jesu haben sich ... mehr






