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Erschienen in:Top Life Magazin 00

Bohnen - Ein nahrhaftes Schönheitsmittel

Die schmackhafte Heilnahrung

Ob die Bohnen aus Amerika stammen oder ob es sie in Europa schon gab, bevor Kolumbus von seinen Reisen in die Neue Welt zurückkehrte, diese Frage hat unter Naturforschern und Historikern schon für lebhafte Diskussionen gesorgt.

Sehr wahrscheinlich waren Bohnen als Nahrungsmittel schon in der Antike in Europa bekannt. Als im Mittelalter die Araber in Spanien herrschten, kam es besonders im Süden des Landes, im heutigen Andalusien, zu einem beispiellosen Aufblühen der Künste, der Wissenschaften und der Landwirtschaft. Ein damals sehr bekannter spanisch-arabischer Arzt, der im 12. und 13. Jahrhundert in Sevilla praktizierte und als "Der exzellente Doktor Abu Zacaria Ihaia" bekannt war, beschrieb in seinem "Buch der Landwirtschaft" zwölf verschiedene Bohnensorten. "Sie sind gut für den Magen und schmecken vorzüglich", sagte der Arzt damals über dieses Nahrungsmittel. Kolumbus berichtet hingegen in seinem Reisetagebuch, dass die amerikanischen Bohnen neben Mais und Chilischoten ein Grundnahrungsmittel der Eingeborenen bildeten und größer waren als die spanischen Bohnen.

Diese amerikanischen Bohnen wurden nach Europa gebracht und fanden wegen ihrer guten Qualität dort großen Anklang. Im Unterschied zu anderen Nahrungsmitteln aus der Neuen Welt trafen die Bohnen relativ schnell den Geschmack der Europäer. Die Kartoffel und die Tomate benötigten mehrere Jahrhunderte, bis sie in Europa akzeptiert wurden. Der Großteil der Bohnen, die heutzutage auf der ganzen Welt angebaut werden, stammt von den amerikanischen Sorten ab.

EIGENSCHAFTEN UND VERWENDUNG

Bohnen sind ein äußerst nahrhaftes Lebensmittel. Außerdem sättigen sie sehr gut. Es gibt wohl kaum jemanden, der nach dem Verzehr eines Bohnengerichtes noch behaupten kann, hungrig zu sein. Der wichtigste Nährstoff der Bohne ist das Eiweiß. Da Bohnengerichte wegen ihres hohen Eiweißanteils ein guter Fleischersatz sind, galten sie lange Zeit als "Arme-Leute-Essen". Heute haben sie sich weitestgehend von diesem Image erholt und werden sogar als Delikatesse gehandelt.

Über die Eigenschaften der Bohneneiweiße lässt sich im Einzelnen Folgendes sagen:

  • Eiweißgehalt: Der prozentuale Eiweißanteil in der Bohne liegt je nach Sorte zwischen 21 und 24%. In diesem Punkt ist sie mit tierischen Nahrungsmitteln wie Thunfisch, Kalb- oder Hühnerfleisch (Eiweißgehalt von 18-21% ihres Gewichtes) vergleichbar.

  • Biologische Wertigkeit Die biologische Wertigkeit eines Eiweißes ist von den Aminosäuren abhängig, aus denen es sich zusammensetzt. Je stärker sich das Verhältnis der Aminosäuren eines Eiweißes an das Idealverhältnis annähert, desto höher ist seine biologische Wertigkeit. Die Zahl für ein ideales Eiweiß wurde bei 100 festgelegt. Das Eiweiß der Bohne hat eine Wertigkeit von 51 %, was, verglichen mit Eiern (89 %), Fleisch (80-85 %) oder Milch (59 %), recht niedrig ist. Diese relativ niedrige Wertigkeit des Bohneneiweißes ist vor allem auf den Mangel an der essentiellen Aminosäure Methionin zurückzuführen. Dennoch kann unser Körper durch Ergänzung mit anderen Lebensmitteln alle notwendigen Aminosäuren bekommen. Man erreicht dies, indem man Bohnen mit anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln, deren Eiweiße viel Methionin enthalten (Getreide, Sonnenblumenkerne oder Hefe) kombiniert. So ergibt die Verbindung zweier teilweise minderwertiger Eiweiße schließlich ein vollwertiges Eiweiß.

  • Verwertung des Bohneneiweißes Sie liegt bei 82 %, verglichen mit der Verwertung des Eiweißes aus Milch, Eiern oder Fleisch, das zu 100 % in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden kann. Das bedeutet, dass unser Organismus das Bohneneiweiß etwas schlechter verwertet als das Eiweiß aus tierischen Nahrungsmitteln. Man hat festgestellt, dass schwarze oder dunkle Bohnen sehr gut verwertbares Eiweiß enthalten, gefolgt von roten und weißen Bohnen.

    Bei den Bohnen sind, abgesehen vom Eiweiß, folgende Nährstoffe hervorzuheben:

  • Pflanzliche Ballaststoffe: Wie alle Hülsenfrüchte sind auch Bohnen sehr ballaststoffreich: 100 g Bohnen (getrocknet) liefern 15,2g Ballaststoffe, mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge für einen Erwachsenen (25 g). Ballaststoffe beugen Verstopfung vor und senken den Cholesterinspiegel im Blut.

  • Folsäure: Ein warmes Bohnengericht liefert etwa die empfohlene Tagesmenge an Folsäure (200 µg). Der Folsäurebedarf steigt während der Schwangerschaft auf bis zu 400 µg an. Auch Personen mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten sollten die Aufnahme von Folsäure steigern. In beiden Fällen sind Bohnen als Folsäurelieferanten sehr gut geeignet.

  • Eisen: 100 g getrocknete Bohnen liefern mehr als 10 mg Eisen, was der empfohlenen Tagesmenge eines Erwachsenen entspricht. Daher gehören Bohnen zu den besten Eisenquellen. Da es sich um nicht hämoglobin-gebundenes Eisen handelt, sollte man einige Tropfen Zitronensaft in das Gericht geben, um die Absorption des Eisens (durch das Vitamin C) zu steigern.

  • Niacin und Pantothensäure, zwei Vitamine, die für die Gesundheit der Haut sehr wichtig sind. Bohnen enthalten nur wenig Provitamin A, Vitamin C und Fett. Vitamin B ist wie bei den meisten pflanzlichen Nahrungsmitteln überhaupt nicht vorhanden.

    Alles in allem sind Bohnen ein nahrhaftes und energiereiches Nahrungsmittel. Eine optimale Qualität des Eiweißes erreicht man, wenn man Bohnen mit Getreide, Kartoffeln oder anderen Lebensmitteln kombiniert. Abgesehen von der ernährungsphysiologischen Bedeutung verfügt die Bohne über heilkräftige Wirkungen bei folgenden Leiden:

    Hauterkrankungen

    Bohnen wirken schützend auf die Haut und Schleimhaut, da sie eine gute Quelle für zwei sehr wichtige hautwirksame Vitamine sind, nämlich Niacin und Pantothensäure: Niacin, auch Faktor PP oder Vitamin B3 genannt, unterstützt viele chemische Reaktionen in den Zellen. Ein akuter Mangel an diesem Vitamin verursacht die Pellagra-Krankheit, die durch eine Dermatitis (entzündliche Hautreaktion), Durchfall und Demenz gekennzeichnet ist. Obwohl die Krankheit in den industrialisierten Ländern in ihrem Vollbild praktisch nicht vorkommt, ist das Auftreten leichter Mangelerscheinungen, wie rissiger oder schuppiger Haut, dennoch möglich. Bei Niacinmangel ist die Haut nach einer mechanischen oder chemischen Reizung nicht in der Lage, sich selbst zu erneuern.

    Die Bohne ist eine gute Niacinquelle, denn sie liefert:

  • Verwertbares Niacin (0,479 mg/ 100 g), das in der Graphik über die Inhaltsstoffe angegeben ist. Je dunkler die Haut der Bohnen ist, desto intensiver ist gewöhnlich ihr Geschmack und desto besser verdaulich sind ihre Eiweiße. Bohnen sind eine gute Quelle für Niacin und Pantothensäure. Diese beiden Vitamine brauchen wir für die Gesundheit unserer Haut: Sie tragen zu einem besseren Hautbild bei.

  • Tryptophan, eine essentielle Aminosäure, die unser Organismus in Niacin umwandelt. Getrocknete Bohnen gehören zu den tryptophanreichsten Nahrungsmitteln (223 mg/100 g). Sie übertreffen Fleisch (199 mg/100 g) und Eier (152 mg/100 g). Die 223mg Tryptophan werden in zusätzliche 4,62 mg Niacin umgewandelt, die, addiert zu den 0,479 bereits verwertbaren, eine Gesamtmenge von 5,1 mg Niacin pro 100 g ergeben (26,8 % der empfohlenen Tagesmenge).

  • Pantothensäure ist auch am Zellstoffwechsel beteiligt. Ein Mangel führt zu Haut- und Haarschäden. Bohnen enthalten 0,732 mg Pantothensäure pro 100 g, mehr als das Doppelte von Fleisch. Aus diesen Gründen wird der Verzehr von Bohnen bei Ekzemen, Hautreizungen, trockener Haut, Allergien und Dermatosen empfohlen. Man hat festgestellt, dass Bohnen außerdem eine günstige Wirkung auf die Haarfollikel (Haarwurzeln) ausüben. Deshalb sollten sie bei Haarausfall, brüchigen Haaren, Talgdrüsen-Überproduktion oder Schuppen häufiger auf dem Speiseplan stehen.

  • Cholesterin Regelmäßiger Verzehr von Bohnen trägt dazu bei, den Cholesterinspiegel niedrig zu halten. Mit einem in den USA durchgeführtenExperiment konnte nachgewiesen werden, dass sich mit einer täglichen Mahlzeit von 120g Bohnen über drei Wochen hinweg der Cholesterin- und Triglyzeridspiegel im Blut um 10 Prozent senken lässt. Die cholesterinsenkende Wirkung ist sehr wahrscheinlich auf den hohen Ballaststoffgehalt der Bohne (15,2 %) zurückzuführen. Die Ballaststoffe bewirken eine vermehrte Ausscheidung von Cholesterin und von Vorläufersubstanzen (Gallensäuren) mit dem Stuhl.

  • Verstopfung und Darmerkrankungen Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen (15 % ihres Gewichtes) eignen sich Bohnen als therapeutische Maßnahme gegen Verstopfung und zur Vorbeugung gegen Divertikel (Ausstülpungen von Wandteilen der Verdauungsorgane) sowie Dickdarmkrebs.

  • Bluthochdruck Bohnen sind wegen ihres geringen Na-trium- und ihres hohen Kaliumgehaltes ein ideales Nahrungsmittel für Menschen, die an zu hohem Blutdruck leiden.

  • Blutarmut und Rekonvaleszenz Bohnen enthalten 10,4 mg Eisen pro 100 g. Diese Menge liegt über der von Fleisch und Spinat (enthalten etwa 3 mg/100 g). Deshalb und wegen ihrer übrigen Inhaltsstoffe sind sie bei Anämie und Unterernährung sehr zu empfehlen.

    aus "Die grosse Saatkorn Gesundheitsbibliothek" - Heilkräfte der Nahrung, Band II, Wegweiser Verlag-Wien

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