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Erschienen in:Top Life Magazin 2 / 2004

Atmen Sie durch!

3 Pflanzen für die Atmungsorgane

Schlüsselblume

Auswurffördernd und entzündungshemmend

Schl?sselblumec Visipic.com Gerd Waloszek
Synonyme: Frühlingsschlüsselblume, Himmelsschlüssel, Primel, Arzneischlüsselblume;

Vorkommen: Auf Wiesen und in lichten Wäldern in Europa. Von dort gelangte sie in die gemäßigten Zonen des amerikanischen Kontinents.

Beschreibung: Ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Ihre großen, ovalen Blätter bilden eine bodennahe Rosette. Die Blütenschäfte werden 15-30 cm hoch und tragen am Ende mehrere kurzgestielte Blüten mit einer gelben Blütenkrone.

Verwendete Teile: Wurzel, Wurzelstock und Blüten.

Sammelhinweise: Geschützte Pflanze. Nicht sammeln! Fertigpräparate aus der Apotheke verwenden.

Die Schlüsselblume gehört zu den ersten Blumen, die im Frühling aus der Erde sprießen. Volkstümlich wird sie daher bisweilen auch Frühlingsschlüsselblume genannt. Ihre Blüten sind nicht nur sehr schön, sie riechen auch gut. Die Wurzel und der Wurzelstock der Schlüsselblume enthalten viele Saponine (5-10 %), von denen das wichtigste unter dem Namen Primulin bekannt ist. Sie wirken schleimlösend und auswurffördernd. Wurzel und Wurzelstock enthalten auch zwei phenolische Glykoside als Abkömmlinge der Salicylsäure (Primaverin und Primulaverin), die durch Hydrolyse entstehen. Auf sie geht die schmerzstillende, entzündungshemmende und antirheumatische Wirkung der Pflanze zurück. Das heute weit verbreitete Schmerzmittel Azetylsalizylsäure ist ein synthetisches Derivat der natürlichen Salizylsäure.

So gesehen sind die beiden wichtigsten therapeutischen Einsatzmöglichkeiten der Schlüsselblumenwurzel folgende:

  • Atemwegserkrankungen, bei denen eine Verflüssigung des Bronchialschleims angeraten ist, um das Abhusten zu erleichtern: akute und chronische Bronchitis, Bronchialasthma, Bronchopneumonie u. a. Die Wurzel ist auch bei einem einfachen Bronchialkatarrh und zur Linderung von Hustenanfällen hilfreich. Auch wenn die schleimverflüssigende und auswurffördernde Wirkung der in der Schlüsselblume enthaltenen Saponine nicht so ausgeprägt ist wie bei der Senega-Kreuzblume, so ist diese Pflanze in besagter Hinsicht dennoch sehr nützlich.

  • Rheumatische Erkrankungen, Gicht und äußerlich als abschwellendes Mittel bei Stoßverletzungen, Zerrungen und Muskelschmerzen.

Die Blüten der Schlüsselblume enthalten darüber hinaus Flavonoide und Karotin (Provitamin A), weshalb man sie auch gerne in folgenden Fällen nutzt:

  • Wegen ihrer krampflösenden Eigenschaft werden sie bei Migräne und Kopfschmerz verwendet. Da der Heiltee gut schmeckt, ist er auch zur Beruhigung von nervösen oder hyperaktiven Kindern einzusetzen.

  • Wegen ihrer entwässernden (diuretischen) und blutreinigenden (depurativen) Eigenschaft werden sie zur Behandlung von Gicht und Harnsteinen in Kombination mit anderen harntreibenden Pflanzen genutzt.

Warnhinweis: Einige Primelarten, die als Zierpflanzen in Gärten gezogen werden, haben kleine Härchen, die bei Kontakt mit der Haut Reizungen, in manchen Fällen auch stärkere allergische Reaktionen auslösen können.

Zubereitung und Anwendung

Innerliche Anwendung

Abkochung: 30-50 g zerkleinerte Stücke von Wurzel und Wurzelstock je Liter Wasser 15 Minuten lang aufkochen. Täglich 3-4 Tassen warm und mit Honig gesüßt trinken.

Aufguss: 20-30 g Schlüsselblumenblüten je Liter Wasser verwenden. Es werden bis zu 5 Tassen pro Tag getrunken.

Äußerliche Anwendung

Kompressen: Sie werden mit der für die innerliche Anwendung beschriebenen Abkochung, jedoch etwas konzentrierter, zubereitet. Man legt sie auf die betroffene Stelle.

Lungenkraut

Entzündungshemmendes Brustmittel

Lungenkrautc Visipic.com Gerd Waloszek
Synonyme: Fleckenkraut, Lungenwurz;

Vorkommen: Lichte und feuchte Wälder, vorzugsweise auf kalkhaltigem Boden in ganz Europa. Die Pflanze ist in den gemäßigten und kälteren Gegenden des amerikanischen Kontinents eingebürgert.

Beschreibung: Krautige, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Der behaarte Stiel wird bis zu 30 cm hoch. Am Stielende sitzen straußförmig mehrere rosa- bis violettfarbene Blüten.

Verwendete Teile: Blühende Pflanzen.

Sammelhinweise: An luftigem, schattigem Ort trocknen. Sammelzeit ist März bis September. In der Schweiz gesetzlich geschützt, nicht sammeln!

Für die Anhänger der Signaturenlehre (ab dem 16. Jahrhundert) stellten die Blätter dieser Heilpflanze eine mit tuberkulösen Knoten übersäte Lungenoberfläche dar. Tatsächlich wurden im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele Tuberkulosekranke, zum Teil mit guten Ergebnissen, mit dem Lungenkraut behandelt. Heute wird die Pflanze weiterhin erfolgreich zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

Die ganze Pflanze enthält große Mengen an Schleimstoffen und Allantoin. Beide Substanzen wirken erweichend. Tannine sind für die trocknende Eigenschaft, Saponine für den schleimlösenden Effekt verantwortlich. Die entzündungshemmende, entwässernde (diuretische) und schweißtreibende Wirkung der Pflanze ist auf die Kalium- und Kalziumsalze und die Salizylsäure zurückzuführen.

  • Die innerliche Anwendung ist bei verschiedenen Atemwegserkrankungen angezeigt: Bronchialkatarrh, Halsreizungen, trockenem Reizhusten, Heiserkeit, Stimmlosigkeit (auch als Gurgelmittel). Das Lungenkraut hilft auch sehr gut, die Auswirkungen des Rauchens auf die Atemwege zu mildern.

  • Äußerlich wird die Pflanze zur Behandlung von Wunden, Stoßverletzungen, Hautrissen und Erfrierungen eingesetzt.

Zubereitung und Anwendung

Innerliche Anwendung

Abkochung: 30-50 g der Pflanze je Liter Wasser. 15 Minuten kochen lassen. Täglich 3-4 mit Honig gesüßte Tassen trinken.

Äußerliche Anwendung

Gurgeln: Mit der oben beschriebenen Abkochung.

Kompressen: Waschungen und Kompressen mit der Abkochung. Damit behandelt man die betroffenen Stellen.

Seifenkraut

Auswurffördernd und hautfreundlich

Synonyme:Echtes oder Gemeines Seifenkraut, Hundsnägelein, Hundsnelke, Madenkraut, Seifenwurzel, Spatzenkraut, Waschkraut;

Vorkommen: Häufig an feuchten Standorten in ganz Europa und Nordamerika.

Beschreibung: Mehrjährige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae), die bis zu 60 cm hoch wird. Aufrechter Stiel und kräftiger Wurzelstock. Die endständigen Blüten sind rosafarben und duften angenehm.

Verwendete Teile: Die ganze Pflanze.

Sammelhinweise: März/April und September/Oktober ist Sammelzeit. Die Wurzel säubern, halbieren, an luftigem, schattigem Ort trocknen. Früher nutzten die Waschfrauen diese Pflanze, um Gewebe, besonders Wollgewebe, zu entfetten. Die Pflanze wird überwiegend äußerlich zur Pflege von Haut und Haaren genutzt.

Die ganze Pflanze, besonders aber Wurzelstock (Rhizom) und Wurzel, enthält ein Saponin, das man Saporubin nennt. Das Saporubin wirkt auswurffördernd, entwässernd, galletreibend und blutreinigend. Saponine haben die Fähigkeit, Fette in Wasser aufzulösen und dabei Schaum zu erzeugen.

Die wichtigste Eigenschaft dieser Pflanze ist ihre auswurffördernde Wirkung, die darauf zurückzuführen ist, dass sie den Schleim in den Bronchien verflüssigt. Das Seifenkraut zeigt bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen eigentlich gute Heilerfolge. Dennoch setzt man heute andere, sicherere Pflanzen ein, denn bei innerlicher Anwendung kann es bisweilen zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Äußerlich eingesetzt ist das Seifenkraut sehr hilfreich bei der Bekämpfung von Hautausschlägen und Ekzemen sowie als Haarwaschmittel bei empfindlichen Haaren. Nicht die für die innerliche Anwendung angegebene Dosis überschreiten, denn es kann zu Vergiftungserscheinungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) kommen.

Zubereitung und Anwendung

Innerliche Anwendung Abkochung: 15 g je Liter Wasser. Davon 2 Tassen pro Tag, mit Honig gesüßt, trinken.

Äußerliche Anwendung

Waschungen oder Kompressen: Mit einer etwas stärkeren Abkochung als oben beschrieben.

Breiumschläge: Mit den Blättern und/oder den in Scheiben geschnittenen Wurzeln.

Haarwaschmittel: Die Haare mit einer Abkochung aus 20g der Pflanze je Liter Wasser waschen.

Quelle: Saatkorn-Gesundheitsbibliothek

 

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