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Andacht vom 27.02.2009:

So weit das Auge schaut ...

Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. 1. Samuel 16,7

Unlängst gab mir jemand seine Tagebuchaufzeichnungen zu lesen. Darin gewährte mir derjenige einen Blick in seine Empfindungen während einer schweren Lebenskrise. Was ich beim Lesen der Zeilen erfuhr, hat mich sehr bewegt. Dass es ihm in dieser Zeit nicht gut gegangen war, hatte ich gewusst. Doch wie sehr der betroffene Mensch gelitten hatte, wurde mir erst jetzt richtig klar. Die Sehnsucht, Ruhe und Frieden zu finden, war riesengroß. Dabei wiederholten sich Andeutungen, dass ein plötzlicher Tod diesen dringlichen Wunsch erfüllen könnte. Mehrmals hatte er sich auf diese Grenze zu bewegt.

Täglich begegnen mir Menschen. Den einen oder anderen frage ich: "Wie geht es dir?" Da mein Gegenüber meine Eile schon längst bemerkt hat, will er mich nicht aufhalten und antwortet: "Den Umständen entsprechend gut", oder: "Schlechten Menschen geht es immer gut." Auch kenne ich den Spruch: "Unkraut vergeht nicht." Das Gespräch bleibt an der Oberfläche. Es fehlt an Zeit und Interesse, tiefer zu blicken.

Ja, es stimmt: "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist." Mir bleiben die Sorgen, Wünsche und Hoffnungen des anderen verborgen. Das heutige Bibelwort erinnert mich daran, dass die wichtigsten Seiten eines Menschen unterhalb der Oberfläche liegen. Sie kann ich nicht im Vorübergehen entdecken. Was lerne ich daraus? In meiner Beurteilung will ich sehr zurückhaltend sein, weil ich nicht weiß, was sein Herz tatsächlich bewegt.

Gott dagegen sieht bereits auf den ersten Blick viel mehr. Vor ihm kann ich mich "gehen lassen", weil er ohnehin weiß, wie es in meinem Innersten aussieht. Das wirkt befreiend. Vor ihm kann ich mein Herz ausschütten. Und genau das beeindruckte mich an diesen Aufzeichnungen. Das Weinen, die bodenlose Traurigkeit und das Rufen zu Gott hat Er wahrgenommen. Zuerst war es wie ein kleiner Schein am Ende des Tunnels. Schließlich kam der Mensch wieder ans Licht. Neue Perspektiven taten sich auf.

Gott geht auf die Sehnsucht unseres Herzens ein. Dabei erfüllt er nicht alle Wünsche, aber er macht es zuletzt richtig gut. Darauf will ich mich verlassen und dich dazu ermutigen, das zu glauben. Die Tagebuchaufzeichnungen, die ich lesen durfte, haben es mir erneut bestätigt.

Wilfried Krause

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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