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Andacht vom 15.04.2009:

Spatzenhirn?

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 2. Mose 20,2

Fips, der goldgelbe Kanarienvogel, sitzt schon seit Jahr und Tag in seinem Käfig am Fenster. Wenn die Sonnenstrahlen seine Sitzstange treffen, beginnt er zu tirilieren. Sein kleiner Kehlkopf bebt und zittert unter dem Ansturm der Töne. Sein Gesang dringt sogar bis nach draußen auf die Straße, wehmütig, schmelzend, voller Sehnsucht.

Lucie hat gerade ihre "Öko-Phase" und sagt: "Ich finde es grausam, den Fips so einzusperren. Lassen wir ihn doch raus. Vögel müssen fliegen!" Ralf, der später mal Tierarzt werden möchte, mahnt zur Vorsicht: "Vögel, die im Käfig aus dem Ei geschlüpft sind, können draußen nicht überleben. Sie wissen nicht, wie man sich Futter besorgt. Außerdem sind die Flügel viel zu schwach, um den Körper zu tragen. Die Muskulatur ist erschlafft, weil sie nicht geübt wurde."

"Dann wird es höchste Zeit!", sagt Lucie energisch, geht zum Käfig und klinkt die Tür aus. Sie tritt einen Schritt zurück und wartet. Fips trippelt auf seiner Stange bis an die Türöffnung, legt den Kopf schief, dann wagt er den Sprung nach draußen. Er flattert mehr, als dass er fliegt, und landet auf dem Esszimmertisch. Guckt sich um, pickt mal hier, mal da, dann hüpft er bis ans Tischende und schaut hinüber zu seinem Käfig. "Du siehst, es ist ihm nicht geheuer", triumphiert Ralf. "Er vermisst seine gewohnte Umwelt, das Futter, den Trinknapf." - "Also gut, du hast gewonnen", seufzt Lucie und hebt den Piepmatz wieder in seinen Käfig. Fips zwitschert erfreut, steuert sofort auf seinen Spiegel zu und beginnt ein intimes Vogelgespräch mit seinem "Gegenüber". Es sieht so aus, als wäre er restlos zufrieden. "Siehst du, er weiß die Freiheit nicht zu schätzen. Sein Fressnapf und sein Spiegel sind ihm wichtiger", lächelt Ralf.

Nun gut, das ist ein Vogel mit einem ziemlich kleinen Hirn. Wir Menschen wären bestimmt nicht so töricht, oder? Wir sind heilfroh, aus dem "Käfig" der bösen Gedanken, der lieblosen Worte, der rücksichtslosen Taten und der alten Laster befreit zu sein. Wieso sollten wir uns wieder in unser altes Leben zurücksehnen?

Paulus ruft uns zu: "Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?" (Rom 6,2) Denn Jesus hat durch seinen stellvertretenden Tod die Kerkertür geöffnet. Wenn wir sein Befreiungsangebot annehmen, beginnt ein neues Leben - draußen in der weiten Welt.

Sylvia Renz

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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