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Andacht vom 14.07.2009:

In die Gemeinde oder von der Gemeinde?

Als sie aber dort ankamen, versammelten sie die Gemeinde und verkündeten, wie viel Gott durch sie getan und wie er den Heiden die Tür des Glaubens aufgetan hätte. Apostelgeschichte 14,27

"Wir gehen in die Gemeinde", werden heute viele gläubige Menschen sagen. Sie meinen damit, dass sie einen Gottesdienst oder eine Versammlung ihrer Gemeinde besuchen. Aber seltsam: Nirgendwo im Neuen Testament heißt es, dass die damaligen Christen "in die Gemeinde" gegangen wären. Nun könnte man denken, hier werde Wortklauberei betrieben, denn selbst wenn sich die Wendung "in die Gemeinde gehen" in der Bibel nicht findet, so haben die Gläubigen doch damals christliche Versammlungen besucht.

Hier wird deutlich, dass sich der Begriff "Gemeinde" oder "Kirche" in seiner Bedeutung gewandelt hat. Wer heute "in die Gemeinde" oder "in die Kirche" geht, denkt in der Regel an ein Gebäude, in dem man sich versammelt. Die Christen der damaligen Zeit meinten mit "Gemeinde" sich selbst. Deshalb konnten Paulus und Barnabas "die Gemeinde versammeln", aber sich nicht "in der Gemeinde versammeln".

Wer "in die Gemeinde" geht, neigt dazu, das Treffen am Sabbatmorgen als Gemeinde zu verstehen, bei dem man Loblieder singt, an einem Gesprächskreis teilnimmt, einer Predigt zuhört und ein paar Münzen in den Kollektenbeutel wirft. Daran ist nichts Schlechtes. Aber wenn wir das mit "Gemeinde" gleichsetzen, müssen wir uns nicht wundern, wenn immer mehr konsumorientierte Menschen im Gottesdienst sitzen.

Viele Gemeinden haben schöne Gemeindehäuser gebaut, und es ist eine gute Sache, über genügend Raum für vielfältige Aktivitäten zu verfügen. Doch mit der finanziellen Belastung erwerben wir zuweilen mit dem neuen Haus auch eine theologische Hypothek: Zu viel dreht sich ums Haus, statt um die Menschen, die sich darin versammeln.

Vielleicht ist das ja bei euch anders. Immer mehr Gemeinden beginnen umzudenken. Sie verstehen sich wieder so, wie die Urgemeinde damals - als Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu, die ein gemeinsames Ziel haben: Menschen, die Gott noch nicht kennen, mit Jesus bekannt zu machen und sie in seine Nachfolge einzuladen. Wo die Schwerpunkte unserer Gemeindeaktivitäten und unseres persönlichen Christseins liegen, hängt davon ab, wie wir "Gemeinde" definieren. Vielleicht denken wir auch einmal darüber nach, wenn wir heute zum Gottesdienst gehen.

Gott segne uns an diesem Sabbat!

Thomas Lobitz

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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