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Andacht vom 18.01.2010:

Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen: "Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" Markus 1,15

Ein greller Blitz trifft mich durch die Windschutzscheibe meines Autos. Blitzschnell schaue ich auf den Tachometer: zwischen 60 und 70 Stundenkilometer - reine Geldschneiderei! Hier sind keine Fußgänger und Radfahrer, auch keine Nebenstraßen. Mit Unbehagen warte ich auf den Bußgeldbescheid.

Buße ist die Strafe für einen Verstoß gegen Gesetze, manchmal ist es auch Rache und Vergeltung nach dem Motto: "Das musst du mir büßen!" Da fällt mir der sprichwörtliche Gang nach Canossa ein. König Heinrich IV sah sich 1077 im Streit mit dem Papst um die gegenseitige Entmachtung zum Bußgang auf die Burg von Canossa gezwungen, damit ihn Papst Gregor VII. vom Kirchenbann löste und dadurch wieder regierungsfähig machte. Welch eine Demütigung und Unterwerfung des Königs!

Jesus hat seine Verkündigung vom kommenden Reich Gottes mit der Aufforderung zur "Buße" begonnen. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem Evangelium, der "Freudenbotschaft", denn in der Bibel hat Buße - im Gegensatz zu unserer Umgangssprache - nichts mit Strafe, Vergeltung oder Wiedergutmachung zu tun. Der aramäische Ausdruck dafür bedeutet: "Kehrt zurück zu eurem Ursprung"; das griechische Wort beinhaltet Sinnesänderung, Umdenken, Umkehren.

Jesus beschreibt meisterhaft im Gleichnis vom verlorenen Sohn, was Buße eigentlich ist. Als dieser in sich geht, erkennt, wie trostlos sein Leben in der Fremde ist, und dann umkehrt, zurück zu seinem Vater, da bricht grenzenlose Freude aus im ganzen Haus, nicht nur bei den Engeln im Himmel. Der Vater formuliert es (ganz theologisch): Mein Sohn ist vom (geistlichen) Tod zum Leben gelangt (Lk 15,24). Was könnte denn noch größere Freude auslösen? Luther bezeichnet deshalb die biblische "Buße" als ein "fröhliches Geschäft".

Die Hinwendung zu Gott ist das entscheidende und alles andere überragende Erlebnis im Leben eines Menschen. Solch eine Sinnesänderung wird dann aber auch zu einer Lebenshaltung in der Nachfolge, denn wir verirren uns immer wieder mal auf falsche und böse Wege und sind gerufen umzukehren. Solch eine Buße ist Gewinn und Freude, ohne den geringsten Beigeschmack von Grauen, Bedrückung und Asche. "Auf dem Weg in die Irre ist Rückschritt Fortschritt", sagte Josef Viktor Stummer.

Joachim Hildebrandt

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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