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Andacht vom 04.03.2010:

Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1. Petrus 5,5b

Der Begriff "Demut" ist aus der Mode gekommen -und erst recht das, wofür er steht. Das deutsche Wort Demut ist aus dem althochdeutschen "dio" (Diener) und "muot" (Gesinnung) zusammengesetzt. Dabei geht die Bedeutung eher in Richtung "Gefolgsmann" als etwa "Knecht". Demut bezeichnet die Bereitschaft oder den Mut zum Dienen - eine Geisteshaltung, mit der ein Mensch um anderer oder um der Sache Gottes willen sich zurücknehmen und unterordnen kann.

Petrus sah Demut als Gegenstück zum Hochmut. Die Ethik des Alten Testamentes fordert Demut als Ausdruck der grundsätzlichen Abhängigkeit des Menschen von Gott, dem Schöpfer (siehe Mi 6,8). Im Neuen Testament und im Christentum orientiert sich die Demut am Vorbild Jesu (Mt 11,29) und ist Ausdruck der christlichen Grundhaltung, die den glaubenden Menschen - sein Denken, Fühlen und Handeln - unter das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe stellt. Es geht also nicht um passive Unterwürfigkeit, sondern um aktives, mutiges Handeln.

Dafür gibt es im Neuen Testament eine Reihe von Beispielen. In Philippi wurden Paulus und Silas aufgrund von Verdächtigungen ohne Gerichtsurteil ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen. Als sich herausstellte, dass die beiden Gefangenen römische Bürger waren, wollte die Stadtverwaltung sie stillschweigend abschieben, doch Paulus ließ das nicht zu. Er forderte: "Sie haben uns ohne Recht und Urteil öffentlich geschlagen, die wir doch römische Bürger sind, und in das Gefängnis geworfen, und sollten uns nun heimlich fortschicken? Nein! Sie sollen selbst kommen und uns hinausführen!" (Apg 16,37) Das war nicht das einzige Mal, dass sich Paulus auf sein Recht berief (siehe Apg 22,25).

Auch Jesus, dessen Demut geradezu sprichwörtlich ist, ließ sich nicht alles gefallen. Als ihm beim Verhör vor dem Hohenpriester ein Knecht ins Gesicht schlug, wehrte er sich mit den Worten: "Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe, dann weise es mir nach! Bin ich aber im Recht, warum schlägst du mich?" (Joh 18,23 GNB)

Demut, wie die Bibel sie versteht, sollte nicht mit Unterwürfigkeit verwechselt werden. Wenn sich jemand alles gefallen lässt, ist das nicht unbedingt ein Zeichen von Demut. Manchmal sind die Grenzen zwischen christlicher Demut und frommer Dummheit fließend. Und letztere hilft keinem!

Günther Hampel

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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