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Andacht vom 10.08.2014:

Denn unser Wissen ist Stückwerk ... Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 1. Korinther 13,9-10

"Jemanden, der auf alle Fragen eine Antwort weiß, sollte man gar nicht erst fragen." Was Eckart von Hirschhausen generell empfiehlt, gilt erst recht für den Bereich des Glaubens und des geistlichen Lebens. Mir waren von jeher Christen suspekt, die überzeugt waren, dass Gott ihnen in seinem Wort auf alle Fragen eine eindeutige Antwort gibt. Mit ihnen erübrigt sich meist jede weitere Diskussion.

Wer meint, alles erklären zu können, verursacht häufig unnötigen Streit, der zu gegenseitiger Ablehnung führt. Erasmus von Rotterdam, Humanist und Theologe zur Zeit Luthers, warnte deshalb in seinem Werk Methodus vor der "frevelhaften Neugierde", die keine Zurückhaltung vor den göttlichen Geheimnissen kennt. Wer die Dinge zu genau wissen will, verursache schnell Irrlehren. Seiner Meinung nach soll die Theologie mehr nach der Umgestaltung der Gläubigen streben als danach, sich ein Waffenarsenal zu schaffen.

Paulus wurde von Christus selbst belehrt (Gal 1,12) und seine Schriften bezeugen seine überragende Erkenntnis im geistlichen Bereich; doch er gestand ein, dass selbst seine Erkenntnis unvollkommen war. Er veranschaulichte das mit zwei Vergleichen. Hinsichtlich der vollen Erkenntnis der göttlichen Wahrheit gleichen wir einem Kind und noch nicht einem reifen Mann (1 Kor 13,11); und unsere heutige Erkenntnis gleicht dem unklaren Bild in einem antiken Metallspiegel, der nur ein "dunkles Bild" zeigte und nicht "alles in völliger Klarheit erkennen" ließ (V. 12 NLB).

George Knight macht auf die Gefahr aufmerksam, "sich auf Randgebiete der Theologie zu konzentrieren, anstatt sich mit dem wirklich Wichtigen und Entscheidenden zu befassen". Es gefährde unsere Stabilität, "wenn wir Ideen in den Mittelpunkt stellen, zu denen die Bibel nicht eindeutig Stellung nimmt, oder wenn wir ein Thema, das in Gottes Augen offenbar nicht so wichtig ist, zu einem zentralen adventistischen Anliegen machen" (Es war nicht immer so, S. 196).

Gott schenke uns Demut und Geduld, mit dem zufrieden zu sein, was er uns klar offenbart hat, und die Bereitschaft, danach zu leben und zu handeln, bis mit Christi Kommen alles Stückwerk aufhören wird: "Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin." (V. 12b)

Joachim Hildebrandt

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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