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Verfasser: Raimund Fuchs

Konflikte ? Leid oder Freud?

Konflikte in einer Ehe sind wohl kaum zu vermeiden. Doch wie können wir damit umgehen, um die Beziehung nicht zu verwunden, sondern sie sogar zu vertiefen? 7 Ratschläge um gestärkt aus einer Auseinandersetzung hervorzugehen.

Konflikte sind leider unumgänglich, da es keine zwei Personen gibt, die gleich denken, fühlen oder handeln. Manche dieser Konflikte treten erst nach einigen Ehejahren auf und entwickeln sich erst mit der Zeit. Konflikte sind grundsätzlich nicht schlecht, wenn sie recht gehandhabt und gelöst werden. Wenn man in einer Auseinandersetzung miteinander richtig umgeht, kann sie die Ehebande auch stärken. Macht man es falsch, wird die Ehe zerstört und viel Leid verursacht. Es ist also die Art wie ein Konflikt ausgetragen wird, der ihn zu einem schlechten Erlebnis macht und das Eheverhältnis negativ beeinflusst. Eine erfolgreiche Ehe ist nicht eine, die keine Konflikte kennt, sondern in der die Partner ernst, offen und konstruktiv Konflikte lösen und daraus lernen. In vielen Fällen aber führen sie zur Zerrüttung der Ehe, weil das Paar sich gegenseitig attackiert, verwundet und demoralisiert.

Wir wollen uns 7 Schritte zu einer konstruktiven Konfliktlösung [1] ansehen, die schon vielen Paaren geholfen haben, gestärkt aus einer Auseinandersetzung hervorzugehen. Dabei stützen wir uns auf Prinzipien der Heiligen Schrift, insbesondere auf die Gedanken des Paulus in seinem Brief an die Epheser.

1. Sei ernstlich bemüht, deinen Ehebund zu bewahren

Die erste Voraussetzung Konflikte erfolgreich zu lösen, ist die totale Hingabe des Paares an ihr Ehegelübde, das sie nicht nur vor dem Staat und vor einer Menge Angehörigen, sondern in vielen Fällen vor allem vor Gott abgelegt haben [2]. Wenn Paare bereit sind, nichts zu erlauben, was ihren Ehebund zerstört, dann werden sie in rechter Weise miteinander umgehen und ihre Differenzen richtig behandeln. Mit dieser Einstellung werden sie keine unnötige Zeit verlieren um sich gegenseitig auseinander zu dividieren, oder um Dinge zu streiten, die sie ohnehin nicht ändern können.

Es gibt viele Differenzen in einer Ehe, die mit Gottes Hilfe überwunden werden können, aber auch Dinge, mit denen man leben muss und bei denen es zwecklos wäre, sie zu kritisieren. Bittet Gott, dass er euch bereit macht, das willig zu akzeptieren, was man nicht ändern kann, die Kraft zu geben, das zu ändern, was man ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Eine totale Hingabe ist nur durch die Gnade Gottes möglich. Er ist es, der uns die Kraft gibt unser Versprechen zu halten. Er ist interessiert an unserer Ehe. Er hat nicht nur unsere Leben zusammengeführt, sondern er will sie auch beieinander halten. Er gibt uns Standhaftigkeit wenn Konflikte aufkommen denn er will, dass wir eine glückliche und harmonische Beziehung zu einander haben. Er wird, wenn es nötig ist, Himmel und Erde bewegen, um unsere Konflikte zu lösen, aber er braucht dabei unsere Mitarbeit.

Wir erhalten uns Gott als unseren Partner in der Ehe indem wir versuchen, gemeinsam eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Wir könnten z.B. den Tag beginnen und beenden in dem wir miteinander beten oder gemeinsam einen Text in der Bibel oder in einem passenden Buch lesen. Wenn wir Gott täglich um seine Hilfe bitten, dann können wir freundlich, nett und verständnisvoll zu einander sein. Paare, die miteinander beten, stehen auch zueinander. Wenn sie die Liebe Gottes erfüllt, werden sie stärker und ihre Fähigkeit Konflikte zu lösen wird größer.

2. Sei ehrlich und fair

Eine zweite wichtige Regel ist es, ehrlich und fair zu sein. Paare, die an ihrem Ehebund festhalten, werden keinen ?schmutzigen Krieg? führen, unter die Gürtellinie schlagen oder lügen, damit sie ein Argument gewinnen. Paulus formuliert einen ähnlichen Gedanken: ?Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.? (Epheser 4,25) Auf die Ehe bezogen, ermutigt dieser Text Männer und Frauen die Falschheit abzulegen und ehrlich miteinander zu reden wenn Konflikte aufkommen. Auf diese Weise werden sie nicht in die Falle des gegenseitigen Belügens fallen, nur um zu gewinnen. Schon vom Anfang ihrer Beziehung an, soll ein Paar ganz ehrlich miteinander sein. Sie sollten sich selber sagen: ?Wir wollen nicht versuchen uns zu vereinen in dem wir einander etwas vorspielen. Ich verspreche dir ehrlich zu sein und ich möchte, dass du es zu mir bist.?

Wenn jeder den Konflikt unbedingt für sich gewinnen will, wird jeder ein Verlierer sein. Erstens, weil man oft zu unfairen Mitteln greift um zu gewinnen und zweitens, weil aus dieser Art von Konfliktbewältigung eine schwächere Beziehung hervorgeht und Ablehnung und Bitterkeit zurück bleiben, die meist in neue Konflikte führen. Daher ist es für ein Paar sehr wichtig, Konflikte ehrlich und fair auszutragen, um zu einer guten Lösung zu kommen, egal wessen Idee sie schlussendlich war.

3. Halte deinen Ärger unter Kontrolle

Neben den beiden ersten Ratschlägen ist der dritte nicht weniger von Bedeutung. Paulus führt uns gleich im nächsten Vers zu diesem Prinzip wenn er sagt: ?Zürnet ihr, so sündigt nicht.? (Epheser 4,26) Wir erinnern uns, dass Paulus im vorhergehenden Vers dazu aufrief, ehrlich miteinander zu sein. Das meint nicht, dass ein Christ keinen Ärger haben oder ihn nicht ausdrücken darf. Vielmehr meint es, dass eine ehrliche Person ihrem Ärger nicht undiszipliniert und unkontrolliert Raum gibt.

Es würde in einer Ehe etwas wichtiges fehlen, wenn der Partner nicht fähig wäre, Ärger zu fühlen und auszudrücken, aber es muss die rechte Art von Ärger sein. Es gibt Situationen, in denen ein Partner erregt, ja vielleicht zutiefst entrüstet oder verletzt ist, über Fehler des anderen. Ein Ehebund würde seine Bedeutung verlieren, wenn man z.B. nicht ärgerlich würde über die Untreue des Partners. Diese Verse sagen uns, dass es einen Platz im Leben des Christen für gerechte Entrüstung gibt. Gott sagt: ?Ich erlaube dir ärgerlich zu sein, aber erlaube deinem Ärger nicht, dich komplett in seinen Bann zu ziehen.? Wir alle wissen, dass Ärger dann problematisch wird, wenn er sich in Wut und niedriger, beleidigender Redeweise oder in körperlicher Gewaltsamkeit zeigt. Unkontrollierter Ärger kann zu einer tödlichen Waffe werden, die aus unserem Leben verbannt werden muss. Aber Ärger, der selbstlos, rein und diszipliniert ist, kann eine große moralische Macht in dieser Welt sein. Auch Jesus zeigte in seinem Leben Entrüstung über Heuchelei oder soziale Missstände [3].

Als sündige Menschen leiden wir alle unter Stolz, Selbstsucht, Müdigkeit oder Ängsten, die manchmal in unbeherrschtem Ärger ausbrechen. Diese schlechte Seite unserer Natur zeigt sich besonders in der Ehe, wo wir uns einfach gehen lassen und unseren Frust auslassen können. Im Heim lassen wir unsere Temperamentsregungen und den Ärger aus und entladen unsere Spannungen. Dies hinterlässt dann offensichtliche Spuren und verwundet unseren Partner, der seiner Natur auf ähnlicher Weise wieder Raum gibt. Ärgerliche Worte, auch wenn sie unabsichtlich ausgesprochen werden, sind tödliche Waffen, die unseren Gefährten auf Dauer schwer verwunden können. Unsere Worte werden immer ihren Teil tun, auch wenn wir es nicht wollten.

Ein Mann, der in seinem Ärger seiner Frau sagt: ?Ich liebe dich nicht mehr!? wird ihr eine andauernde Wunde zufügen. So auch die scharfe Bemerkung: ?Kein Wunder, dass Du so irre handelst, Dein Vater starb ja in einer Irrenanstalt?. Sie kann nicht so leicht vergessen werden. Man mag später sagen: ?Ich vergebe Dir?, aber tief drinnen wird die Wunde, die durch diese Worte geschlagen wurde nie oder nur schwer heilen. Ärgerliche Worte können die inneren Bande zerstören, die die Ehe zusammenhalten. Es ist daher sehr wichtig zu lernen, seinen Ärger zu beherrschen. Wenn in der Ehe ein Konflikt außer Kontrolle gerät gibt es nur einen Weg, den Sturm zu stillen. Zumindest ein Partner muss beginnen, den Kreis gegenseitiger Attacken zu brechen, indem er sich weigert, die Verletzungen zu rächen, die er erhalten hat. Dies ist der einzige Weg den Ehestreit zu einem Ende zu bringen.

4. Wähle eine angemessene Zeit, das Problem zu besprechen

Der weise Salomo schrieb, dass es eine Zeit des Stilleseins und eine Zeit zu reden, eine Zeit zum Streit und eine Zeit für Frieden gibt [4]. Dies trifft auch auf eheliche Konflikte zu. Eheberater sind sich darüber einig, dass der richtige Zeitpunkt einer der wichtigsten Voraussetzungen für eine konstruktive Lösung eines Konfliktes ist. Der falsche Zeitpunkt kann sogar zu einem Multiplikator des Problems werden. Es gibt Zeiten, in denen ein Fall sofort behandelt werden muss. In den meisten Fällen aber erstreckt sich ein Konflikt über eine längere Zeit hinweg und kann daher auch nach einer angemessenen Zeit gestillt werden. So wird es in den meisten Organisationen gehandhabt und sollte auch in der Ehe praktiziert werden.

Eine Grundregel dabei ist aber: Wähle die Zeit Probleme zu lösen nicht kurz vor einem anderen Ereignis oder einer wichtigen zeitintensiven Sache, wie zum Beispiel kurz vor dem Essen oder Schlafengehen, kurz bevor du zur Arbeit gehst oder knapp bevor der Besuch vor der Türe steht. Die beste Zeit Probleme zu lösen ist, wenn beide Partner ausgerastet, ausgeruht und locker sind. In so einer Zeit kann man klarer denken, ist rücksichtsvoller und kann sich leichter anpassen. Ein weiser Partner, der um die Wichtigkeit der ?angemessenen Zeit? Bescheid weiß, wird sagen: ?Ich glaube nicht, dass jetzt die beste Zeit ist unser Problem zu lösen. Warum besprechen wir das nicht später, wenn die Kinder im Bett sind?? Wenn er das sagt, muss er dann aber auch unbedingt Zeit finden, diese Abmachung einzuhalten.

Eine andere Regel ist in diesem Falle jedoch auch wichtig: Zögere das Gespräch nicht ungebührlich hinaus. Ärger, Konflikte und negative Gefühle müssen so schnell wie möglich gelöst werden, denn je länger der Konflikt dauert, desto schwieriger wird er zu beheben sein. Paulus erklärt diese wichtige Regel in seinen nächsten Versen: ?Lass die Sonne nicht untergehen über deinem Zorn.? (Epheser 4,26-27) Das bedeutet, dass wir nicht mit unseren schlechten Gefühlen und Gedanken dem Partner gegenüber schlafen gehen sollten. Wenn es während des Tages einen Konflikt gegeben hat, dann sollte er wenn irgendwie möglich vor dem Schlafengehen ausgesprochen und gelöst werden.

5. Bleib beim Problem!

Wenn ein Paar sich eine angemessene Zeit ausgewählt hat, um ihren Konflikt zu verarbeiten, so soll es beim aktuellen Thema bleiben und nicht alle vergangenen Probleme mit einbringen. Eine Frau erzählte einmal ihrer Freundin, dass ihr Mann bei jedem Konflikt historisch werde. Die Freundin besserte sie aus und sagte: ?Du meinst hysterisch!? ?Nein!?, erwiderte sie, ?ich meine wirklich historisch, denn er wärmt alle unsere Meinungsverschiedenheiten aus unserer Ehe neu auf.?

Eheberater bestätigen, dass es sehr wichtig ist, alte Angelegenheiten nicht immer neu aufzurollen, da man vom eigentlichen Problem abgelenkt und alte Wunden aufgerissen werden. Diese Regel beinhaltet auch das Ablenken auf ein anderes Problem. Ein Beispiel: Er sagt: ?Du hast den Rasenmäher auf der Wiese stehen lassen und nun ist der Motor abgesoffen, weil es begonnen hat zu regnen. Wann wirst du endlich einmal lernen, die Dinge dort hin zu stellen, wo sie hingehören!? Die Frau entgegnet: ?Schau, schau, wer da redet! Du lässt deine Hausschuhe überall im Haus verstreut liegen und ich muss sie immer aufräumen!? Die Frau schützt sich hier mit einem Gegenangriff, in dem sie ein ganz anderes Problem mit ins Spiel bringt. Das Endresultat ist ein gewaltiger Streit, der durch ein kleines miteingebrachtes Problem eskaliert ist. Wie leicht wäre es gewesen die Problematik zu lösen, wenn man auf die Regel 5 geachtet und eine andere Wortwahl getroffen hätte: Er: ?Schatz, hast du gewusst, dass du den Rasenmäher draußen stehen gelassen hast und der Motor nun durch den starken Regen abgesoffen ist?? Sie: ?Nein, ich hab ganz darauf vergessen ihn noch hinein zu räumen, es tut mir leid. Wirst du ihn wohl wieder zum Laufen bringen?? Er: ?Ich denke schon, aber ich muss ihn komplett zerlegen und trocknen! Ich hoffe, du wirst ihn nicht mehr draußen stehenlassen!? Sie: ?Nein, das nächste Mal werde ich ihn wegräumen. Es tut mir leid, dass ich dir damit eine extra Arbeit gemacht habe.? Er: ?Kein Problem, aber bitte denke das nächste Mal daran!? So ein Gespräch führt zu einem glücklichen Ende des Rasenmäherproblems, denn man hat das Schuhproblem weggelassen und durch entschuldigen und vergeben das Problem beendet. Kleine Probleme wie diese können somit leicht gelöst werden. Wenn diese Regel aber nicht beachtet wird werden andere Themen das Problem so aufblähen, dass eine Lösung immer problematischer wird.

6. Höre genau zu und sprich taktvoll

Konflikte in der Ehe sollten dazu dienen, die Kommunikation zu verbessern, damit die Partner sich besser kennen lernen und verstehen, wie jeder in diesem Falle denkt und fühlt. Kommunikation braucht zuerst das Zuhören. Es ist wichtig, genau hinzuhören um einen Konflikt behandeln zu können, denn meist hört man nicht hin, sondern denkt sich schon ein Gegenargument aus, während der andere noch spricht. Je lauter die Stimme wird, desto unanständiger werden die Worte, wir werden weniger Ambitionen zum Zuhören haben und unsere Kommunikation wird ärmer.

Es ist sehr wichtig genau hinzuhören, um das wirkliche Problem herauszufinden. Zum Beispiel mag ein Mann einwenden, dass es besser wäre den alten Staubsauger zu reparieren als einen neuen zu kaufen. In Wirklichkeit ging es ihm eigentlich nur darum, vor dem Kauf gefragt zu werden. Er hat Angst, dass die Frau ihn nicht als Haushaltsvorstand respektiert. Oder eine Frau mag ihrem Mann vorhalten, dass er wenig Zeit für sie hat, in Wirklichkeit meint sie aber, dass er ihr persönlich wenig Beachtung schenkt. Wenn ein Paar argumentiert und diskutiert, dann soll es sich zuerst sicher sein, worum es überhaupt geht. Das aber ist nur möglich, wenn einer auf den anderen hört und Fragen stellt, die helfen, versteckte Gefühle zu entdecken, die der eigentliche Grund des Konfliktes sind.

Sorgfältig zuhören und Fragen zu stellen ist die eine Sache. Die zweite - ebenso wichtige - ist, taktvoll und fein zu reden. Paulus sagt weiters: ?Lasst kein faules Geschwätz über eure Lippen kommen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.? (Epheser 4,29) Ein Christ ist aufgerufen, sich von barschem, bösartigem Reden fernzuhalten und sich statt dessen eine feine Rede, die Gnade und Ermutigung enthält, anzueignen. Das beinhaltet ein gewisses Lernen. Taktvoll sein heißt, aufrichtig und offen zu sein und gleichzeitig Respekt gegenüber den Gefühlen des anderen zu zeigen. Es bedeutet sorgfältig zu sein und den anderen nicht unnötig zu verletzen. Jesus ist unser perfektes Vorbild darin. Er begegnete sogar seinen Peinigern taktvoll. Als seine Nachfolger sollte es unsere Ziel sein, genauso wie er zu handeln ? besonders unseren Familienmitgliedern gegenüber. Taktvolles Reden wird nicht vornehmlich durch Beachtung einiger Regeln gelernt, sondern durch eine völlige Veränderung der Einstellung. Erst wenn das Herz von der Liebe Jesu berührt wurde, werden Menschen gedrungen sorgfältig hinzuhören und taktvoll zu sprechen, besonders ihrem Ehepartner gegenüber.

7. Sei bereit zu vergeben und zu vergessen

Der Erfolg der sechs vorhergehenden Ratschläge liegt im Siebenten. Sei bereit die Fehler deines Partners zu vergeben und zu vergessen. Idealerweise sollten Ehekonflikte immer in einer kontrollierten und vernünftigen Weise behandelt werden, um zu einer besseren Kommunikation der Partner zu führen. Aus der Erfahrung wissen wir aber, dass Konflikte trotzdem immer wieder außer Kontrolle geraten und irrational werden. Das sind dann Situationen, in denen wir stolz, selbstsüchtig und ängstlich sind und die schmutzige Seite unserer Natur in Ärger und schlimmer Sprache ausbricht. So ein Verhalten weckt dasselbe Verhalten auch im Partner.

Der einzige Weg, einen so außer Kontrolle geratenen Konflikt zu einem guten Ende zu führen ist, wenn ein Partner den Teufelskreis durchbricht, indem er dem anderen die Verletzungen vergibt, die ihm angetan worden sind. In einer christlichen Ehe sollte es Vergebung geben, wie sie uns Jesus anbietet. Er vergibt uns trotz des Schmerzes und der Sorgen, die wir ihm bereitet haben. Am Kreuz vergab Christus denen, die ihn gekreuzigt hatten, in dem er sagte: ?Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.? (Lukas 23,34) Wenn wir vergeben, anerkennen wir, dass wir einen Fehler durch die Gnade Gottes ertragen und vergessen. In einem Ehebund anerkennen wir auch die Fehler, die der Partner an uns begeht. Wir diskutieren seine sündigen Verhaltensweisen nicht einfach weg, in dem wir sagen: ?Er meint nicht das, was er sagt? oder: ?Ich verdiene, was er zu mir sagte?, oder ?Ich fühle mich nicht wirklich verletzt, wegen dem, was er gesagt hat?. Wir anerkennen, dass wir tief getroffen worden sind, aber erlauben solchen Fehlern nicht unseren Bund zu schwächen. Wie machen wir das? 1. Wir erkennen, dass wir sündige Wesen sind und daher einander oft sehr schlimm verletzen und dadurch das tiefe Vertrauen unseres Partners erschüttern. 2. Wir denken daran, was Gott uns vergeben hat, damit auch wir vergeben können.

Vergebung in einer Ehe soll so bedingungslos wie die Vergebung Jesu uns gegenüber sein. Paulus schreibt: ?Seid aber miteinander freundlich, herzlich und vergebet einer den anderen, gleich wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus.? (Epheser 4,32) ?Gott aber erweist seine Liebe gegen und darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.? (Römer 5,8) Genauso sollten wir unserem Gatten vergeben: nicht erst wenn er verspricht, den Fehler nicht mehr zu machen, sondern bedingungslos, so wie Jesus. Das bedeutet, dass wir, wenn wir vergeben, die Fehler des anderen nicht mehr anrechnen, ja vergessen. Die Schrift sagt, dass Gottes Vergebung das Vergessen beinhaltet. ?Ich will deiner Sünden nicht mehr gedenken.? (Jesaja 43,25, Jeremia 31,34) Es ist alles neu geworden [5].

Wenn wir fortfahren uns zu erinnern und das Vergangene immer wieder hervorholen, wird der Konflikt nie gelöst werden können. Wenn die Liebe Christi unser Herz durchflutet, werden wir Kraft haben zu vergeben. Vollkommene Vergebung macht den Menschen frei zu lieben, zu vertrauen und mit dem Partner zu wachsen. Sie befähigt uns, den Teufelskreis der Vergeltung zu durchbrechen. Wenn wir durch Worte oder Taten verwundet wurden, können wir trotzdem freundliche Worte und Handlungen setzen. Das wird die Spannung beruhigen und eine freundliche Atmosphäre schaffen, in der das Problem vernünftig besprochen werden kann. Ein Paar, das bereit ist einander zu vergeben, wird sich auch gegenseitig helfen, falsche Handlungen zu vermeiden. Im christlichen Leben werden wir durch den Heiligen Geist zur Buße geführt, es tut uns leid und wir wollen es nicht mehr tun. Dasselbe gilt auch für die Ehe. Wenn mir meine Frau vergibt, werden mir meine Fehler leid tun, ich bereue sie und ich werde mich hüten, ihre Liebe und ihr Vertrauen noch einmal zu verletzen. Vergebung gibt uns die Gelegenheit eines Neubeginnes und einer stärkeren Beziehung, weil sie auf der Grundlage der vergebenden Liebe gestellt wurden, die Konflikte lösen kann und uns untereinander und mit Gott wieder verbinden kann.

Literatur

  • [1] Samuele Bacchiocchi, Ph. D., Prof. of Theology, Andrews University
  • [2] Matthäus 19,6; Maleachi 2, 14-16
  • [3] Markus 3,5, Johannes 2,13-17
  • [4] Prediger 3,7-8
  • [5] 2 Kor. 5,17

 

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