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Verfasser:Mag. Claudia Flieder
Erschienen in:Top Life Magazin 3 / 2007

Ziel:los

Ziel des Lebens

© Jupiter Images
Stellen Sie sich vor, Sie liegen bequem an Deck, die Sonne scheint, der Blick schweift über das glitzernde Meer, in der Ferne tauchen ein paar Inseln auf, ein sanfter Fahrtwind streicht Ihnen durchs Haar ... Herrlich, nicht wahr? So angenehm die Fahrt auch ist, Sie freuen sich schon auf Ihr Ziel, die nächste Insel, wo wieder interessante Eindrücke warten, ein abwechslungsreicher Landgang und kulinarische Genüsse. Oder haben Sie gar kein Ziel?

Jedes Schiff, das heute unterwegs ist, hat ein Ziel – sei es, eine Ladung von einem Ort zum anderen zu transportieren, sei es eine Vergnügungsreise zu ausgesuchten Stätten dieser Welt, sei es eine Fahrt mit sportlichem Hintergrund – kaum jemand sticht planlos in See, ohne Ziel, ohne nächsten Hafen. Ein Spruch sagt: „Für ein Schiff, das seinen Hafen nicht kennt, ist jeder Wind günstig“. Stellen Sie sich ein Boot auf dem Meer vor, das keine Richtung weiß, keinen Zielhafen hat. Die Wellen schlagen hoch, der Wind kommt mal von dieser, mal von jener Seite. Ein unangenehmes Bild, bedrohlich, ungemütlich. Das Boot treibt dahin – wo wird es am Ende landen?

Wie sieht es mit Ihnen aus – kennen Sie Ihr Ziel, Ihren Hafen? Oder ist Ihnen auch jeder Wind günstig, um sich mal hierhin, mal dorthin treiben zu lassen, ohne Plan, ohne wirkliche Perspektiven? Plan- und ziellos zu sein macht in der Regel das Leben unruhig, orientierungslos. Da scheint es schon besser, sich etwas vorzunehmen – einen guten Job zu finden, etwas zu leisten, Spaß zu haben – welche Ziele steuern Sie an?

Mehr oder weniger bewusst verfolgen wir alle bestimmte Ziele – sei es ein paar Sprossen auf der Karriereleiter höher zu steigen oder aber die bescheidenere Variante, möglichst unauffällig durch den Arbeitstag hindurchzugelangen, sei es, Glück in der Partnerschaft zu finden oder das Konto etwas aufzufetten, sei es, möglichst viel Spaß im Leben zu haben oder endlich schöner, schlanker, sportlicher zu werden ... Welchem Ziel jagen Sie hinterher?

Spannend wird die Sache, wenn man beginnt, die eigenen Ziele zu hinterfragen. Warum tue ich das, was mich so beschäftigt und motiviert? Woher kommen meine Ziele und Wünsche, woher sind sie gespeist? Sind das alte Rechnungen, die ich begleichen möchte – endlich mir und anderen etwas zu beweisen, was ich vorher nicht geschafft habe, was mir niemand zutraut und wo ich mich immer wieder als Versager fühle? Oder habe ich aufgegeben, eigene Ziele zu definieren, und überlasse ich mich dem breiten Strom der Zeit, schwimme mit, wo die anderen schwimmen, sage ja, wo alle ja sagen, und finde toll, was auch die anderen gutheißen? Wie beschaffen sind Ihre Ziele – wohin geht die Reise dieses Tages?

Auf dem Bahnhof des Lebens

Wer unterwegs ist, muss zwangsläufig früher oder später Station machen und die mehr oder weniger gemütlichen Hallen eines Bahnhofes genießen. Wer keinen Stress hat, kann dort Erstaunliches entdecken und die interessantesten Milieustudien anstellen. Wir laden Sie ein zu einem virtuellen Bahnhofsbummel – dabei haben wir so einige typische Fahrgäste analysiert und zu Wort kommen lassen ... Ich hab´s mir hier gemütlich gemacht. Zugegeben, eine Bahnhofshalle ist nicht gerade der schönste Ort der Welt ... aber man kann sich durchaus auch hier einrichten. Vor allem, wenn man kein Ziel mehr hat. Keinen Zug mehr erwischen möchte. Wozu auch? Mein Zug ist schon längst abgefahren. Pech eben. Kommt keiner mehr für mich. Dann mache ich es mir halt hier so bequem wie möglich. Dem Leben noch das abringen, was es zu bieten hat. Endstation Bahnhof.

Wir gehen weiter durch den Bahnhof ...

Hmmmm, welchen Zug soll ich nehmen – diesen oder einen anderen? Ist schließlich eine wichtige, eine lebens-wichtige Frage ... ich möchte ja nicht irgendwo landen. Aber es fällt mir so schwer, mich zu entscheiden. Einige Züge sind schon abgefahren, da habe ich wohl zu lange gewartet. Was soll ich tun? Wie soll ich mich entscheiden? Woher weiß ich, welcher Zug meiner ist? Ich möchte fahren und kann doch nicht einsteigen. Hab einfach Angst, das Risiko einzugehen. Bleibe stehen und sehe zu, wie die anderen abfahren. Endstation Wartehalle?

Wie spät ist es? Ach, du Schreck, gleich fährt mein Zug. Das heißt, ob es meiner ist, weiß ich nicht so genau, aber ich darf ihn auf keinen Fall verpassen. Ich will schließlich nicht übrig bleiben. Also lieber den nächstbesten Zug nehmen, der daherkommt. So ein Stress. Man darf schließlich nichts versäumen. Nur ja nichts verpassen vom Leben. Wohin mein Zug fährt, werde ich schon noch erfahren. Ich habe jetzt keine Zeit zum Anhalten, zum Innehalten, ich muss weiter ...

Und wo stehen Sie

Haben Sie es sich bereits eingerichtet im Bahnhof? Ist Ihr Zug schon abgefahren? Oder laufen Sie noch hektisch umher, versuchen Sie noch, ihn zu erwischen? Was hindert Sie, einzusteigen, sich auf die Fahrt zu begeben?

Eine spannende Frage – wo habe ich meinen Zug verpasst? Wo habe ich resigniert, es mir auf dem Bahnhof gemütlich gemacht, lasse die anderen vorbeilaufen, ihre Züge suchen, bin selbst nur noch Beobachter? Und wo habe ich Angst, mich auf das Leben einzulassen, selbst einzusteigen, einen Zug zu wählen? Was hindert mich, was hält mich ab vom Leben? Weiß ich überhaupt noch, wohin die Reise geht? Jeder Zug hat sein Ziel. Oder anders ausgedrückt: Das Ziel bestimmt den Weg. Haben wir heute noch ein Ziel? Oder ist es uns abhanden gekommen? Sind Ziele wie ein erfülltes Leben führen, in gelungenen Beziehungen und in Verbindung zu Gott leben nicht schon längst veraltet und überholt, unrealistisch und nicht mehr machbar?

Wird nicht bereits der Weg selbst zum Ziel erklärt? Ein Weg, der Spaß machen soll, der möglichst viel Erfolg bringen muss und möglichst wenig Mühe machen darf? Wohin geht Ihre Reise?

Wer sich nicht mehr aufmacht, gibt sich auf. Wo steht Ihr Zug? Sind Sie gerade in voller Fahrt, im Rückwärtsgang oder im Stillstand? Lassen Sie sich einladen, die Suche wieder aufzunehmen – nach Reisezielen, nach Lebenszielen, für die sich die Fahrt lohnt ...

Kennen Sie die Geschichte von der Taube, die lange Zeit in einem zu kleinen Käfig gehalten wurde, wo sie immerzu in einem kleinen Kreis am Boden ging? Als man sie freiließ, ging sie weiter – in einem kleinen Kreis am Boden, statt hinaufzufliegen in die Weite des Himmels, ihre Flügel zu gebrauchen und ihre neue Freiheit zu erproben. Wie oft haben wir schon resigniert – alte Ziele begraben – uns abgefunden mit der scheinbar unabänderlichen Realität? Oder haben Sie das Träumen noch nicht verlernt? Von André Gide stammt folgendes Zitat: „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut, alte Küsten aus den Augen zu verlieren“.

Welche alten Küsten gibt es in Ihrem Leben? Die Resignation – die Überzeugung: "So ist es halt" – "Das schaff ich nie" – "Das kann ich nicht"? Dann lassen Sie sich von dem Gott der Bibel einladen und sagen: Vertrau mir – komm zu mir – gemeinsam brechen wir zu neuen Ufern auf und entdecken neue Erdteile – auch in Ihrem Leben!

Der Traum vom Leben

Können Sie sich eigentlich noch erinnern, welchen Traum Sie hatten, als Sie 6 Jahre alt waren? Wollten Sie auch Mechaniker werden? Als Primaballerina die Beine schwingen? Oder Tierforscher werden und mit der Kamera durch den Urwald robben? Vielleicht Löwen in der Zirkusmanege bändigen?

Heute sitzen wir im Büro, besprechen mehr oder weniger wichtige Dinge am Handy, ackern den Terminkalender durch und sind auch schon mal zufrieden ... machen das, was wir immer schon machen wollten. Oder Sie etwa nicht? Nun – sollten Sie nicht zufrieden damit sein, können Sie es ja noch werden. Zumindest verstehen können Sie Ihr Unglück. Hunderte von Büchern und Dutzende von gut bezahlten Vorträgen vermitteln uns ja, warum wir sind, wie wir sind. Schließlich sind wir nicht mehr als das Resultat einer mehr oder weniger gelungenen Erziehung und der verschiedensten Prägungen. Ein Endprodukt sozusagen, das diverse Bearbeitungsstadien durchlaufen hat.

Und im Laufe seiner Bearbeitung hat dieses Produkt Mensch so einiges gelernt. Zum Beispiel, dass es sich nicht lohnt, anders zu sein. Lassen Sie im Büro Konfetti regnen, wenn Ihnen danach ist?

Manches tut man eben nicht, und sehr vieles wiederum schon, um sich im täglichen Existenzkampf einen Platz ganz vorne zu erkämpfen. Und um die Menschen nicht zu enttäuschen, deren Meinung unser Leben mitbestimmt.

Jetzt sagen Sie bloß, das genüge Ihnen irgendwie nicht. Da gehen Sie ja schon wieder mit der Masse konform. Denn die meisten unserer Zeitgenossen klagen über eigenartige Symptome. Ein Gefühl der Stagnation, zum Beispiel. Anscheinend geht nichts weiter im Leben. Hinter der äußeren Geschäftigkeit wartet oft die gähnende Leere, die Depression. Und manchmal packt einen die Sehnsucht. Irgendwonach. Irgendwohin.

"Berufung" nennt man es im religiösen Bereich und auch bei Künstlern spricht man davon. Aber – sollen Sie und ich nicht auch zu etwas berufen sein? Gibt es da nicht ein paar Lebensschuhe, die Ihnen – und nur Ihnen – passen? Mit denen zu gehen Freude und Sinn macht?

Ja, die persönlichen Lebensschuhe. Wo kann man die bloß auftreiben? Das klingt ja so, als sollten wir uns auf die Suche machen. Vielleicht kostet es eine Portion Überwindung, die bequemen und gewohnten Schienen des Alltags ein bisschen in Frage zu stellen. Die Frage ist nur: Wie hoch ist der Preis, den jemand bezahlt, wenn er seine wunderbare Einzigartigkeit der 08/15-Konformität opfert?

Also, ehrlich gesagt: So neu ist die Idee, die Psychologen da wieder ausgegraben haben, keinesfalls. Dass jeder Mensch ein genialer Gedanke ist, eine persönliche Handschrift trägt und durch diese Einzigartigkeit auch die Chance auf ein einzigartiges Leben hat – das wussten manche schon vor Jahrtausenden. Und sie wussten vor allem auch – warum sie es wussten ...! Weil sie den kannten, der ihnen diese wunderbare persönliche Handschrift mitgegeben hatte. Denselben, der mit ihnen ein einzigartiges Leben aufgebaut hatte. Sie erkannten Gott. Den Schöpfer. Den Ursprung ihres Lebens.

Sie und ich, wir haben etwas anvertraut bekommen, was große Möglichkeiten und Herausforderungen in sich birgt – Leben. Wie wir damit umgehen, welche Ziele wir verfolgen und welchen Sinn wir unserem Leben geben, entscheidet letztlich über die Qualität des Gelebten. Wer sein Leben Gott anvertraut, sich von ihm raten und leiten lässt, der hat – um mit einem Lied zu sprechen – "auf keinen Sand gebaut".

Gottes Angebot

Die Menschen der Bibel haben mit ihrem Gott Großes erlebt – und im Kleinen genauso seine Gegenwart erfahren. Eines war ihnen gemeinsam: Sie haben nicht ziellos dahingelebt – sie wussten, wofür und mit wem sie ihr Leben meisterten. Diese Erfahrung bietet uns Gott heute noch genauso an. Wollen Sie dieses Angebot versäumen?

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", sagte Jesus vor über 2000 Jahren. Dies ist weit mehr als ein historisches Zitat! Für Menschen damals wie heute ist es DIE Chance auf ein sinnvolles Leben – ein Leben, das das Woher und Wohin kennt.

Wo sich Menschen aufmachen, zu Gott heimzukehren, ihre Wurzeln und ihre Bestimmung zu suchen, dort hat das Leben einen Boden und eine Ausrichtung. Die Eindeutigkeit dieser Aussage steht im krassen Gegensatz zu dem, was uns heute im Supermarkt der Heilsangebote und „Do-it-yourself-Religionen“ begegnet. "Such dir deinen Weg selbst aus, bastle dir deine eigene Religion, nimm dir überall das heraus, was dir gefällt" – so lauten die Slogans der modernen Glücksbringer. Im berühmten Kinderbuch "Alice im Wunderland“ heißt es: „Wenn du nicht weißt, wohin du willst, ist jeder Weg richtig". Wissen Sie noch, wohin Sie eigentlich wollen?

Nicht jeder Weg führt zum Ziel – sind wir nicht schon zu bequem geworden, um die verschiedenen Reiserouten zu überprüfen? Wissen wir noch, wohin wir wollen – und was uns die Bibel heute noch, ja gerade heute, anbietet?

Lassen Sie sich überraschen, lassen Sie dieses Buch wieder sprechen. „Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“ – dieses Versprechen Gottes aus dem Alten Testament hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt...

Sie dürfen sich auf diese spannende und interessante Suche machen. Und dieses Finden in vielfältigen Begegnungen mit Gott erleben. Wohl besser, als das Leben auf dem Bahnhof zu verbringen oder von dort aus in irgendwelche Züge einzusteigen, die letztlich in eine unbestimmte Richtung fahren!

Der Verfasser des Hebräerbriefes, den wir im Neuen Testament finden, gibt dem Leser folgenden Rat mit: "Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben."

Und der Apostel Petrus schreibt: "Ich weiß: Ihr habt Jesus Christus nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und ihr freut euch unbeschreiblich auf den Tag, an dem er wiederkommt. Dann werdet ihr am Ziel eures Glaubens sein: Ihr seid gerettet für alle Ewigkeit." Haben Sie den Mut, wieder Ziele zu suchen – Ziele, für die es sich zu leben lohnt!

 

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