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Verfasser: Pierre Intering
Erschienen in:Top Life Aktuell 1604

Krisen über Krisen

Geht es Ihnen auch so? Die unzähligen, immer wiederkehrenden Schlagzeilen, die wieder ein neues Unglück, eine neue Krise oder eine akute Bedrohung mit wenigen Worten verkünden, können einem ganz schön die Laune und den optimistischen Ausblick nicht nur auf den neuen Tag, sondern auf die Zukunft verderben.

Liegt das wirklich nur am Älterwerden, wenn man solche negativen Zukunftsaussichten einer ganzen Gesellschaft wahrnimmt? Ich wehre mich dagegen, dass an unserem Tisch die düsteren Themen zur täglichen Speise werden. In meiner Kindheit sagte mir ein guter Bekannter unserer Familie, dass es unverantwortlich sei, heute noch Kinder in die Welt zu setzen! Er hatte es gut gemeint, aber zum Glück habe ich nicht auf ihn gehört, weil ich sonst die vielen, vielen schönen und spannenden Momente einer glücklichen Familie nie erlebt hätte. Ich habe als Kind die damaligen Kriege/Krisen/Katastrophen nur nebenbei wahrgenommen - es ging unter anderem um Korea, Vietnam, den Kalten Krieg und die atomare Bedrohung. Durch einen falschen Knopfdruck hätte alles vorbei sein können. Wir schrammten an Katastrophen vorbei, für die ich kein Auge und kein Ohr hatte. Die vielen Zusammenhänge interessierten mich nicht wirklich, und es war auch kein Ansatz da, irgendetwas zu einer Lösung beizutragen. Wie denn auch! So ähnlich geht es einem auch heute. Man glaubt die größeren Zusammenhänge zu kennen, fühlt sich aber ohnmächtig, irgendetwas zu einer Lösung beizutragen. Selbst die mächtigsten Präsidenten der Welt sind ja offenbar gegenüber den Entwicklungen hilflos. Die Hoffnungen, die auf ihnen ruhen, sind völlig überzogen und unrealistisch. An den Diskussionen beteiligen sich zwar immer mehr, aber man gewinnt nicht den Eindruck, dass dadurch alles besser wird. Die Krisenwährung Gold erlebt zum x-ten Mal einen Boom, weil man die nächste große Finanzkrise erwartet, die EU scheint schön langsam auseinanderzubrechen, politische Fronten verhärten sich, und die Rückbesinnung auf die eigene Nation und Identität fühlt sich irgendwie fremd an. Der Sündenbock ist ja schnell gefunden, aber die Probleme werden deshalb nicht weniger. Und wenn dann noch die so erfolgreiche Fußballnationalmannschaft schon nach der Vorrunde die Heimreise antreten muss, werden selbst Themen, die der Zerstreuung dienen, zum Problem.

Stopp! Ich weiß, dass man diese Liste weiterführen könnte. Man muss keine Probleme herbeireden, um dies zu tun. Es ist real. Aber trotzdem weigere ich mich, mein Leben von diesen düsteren Dingen bestimmen zu lassen. Wir tragen Verantwortung. Und wenn wir schon Kinder in die Welt gesetzt haben, wäre es unverantwortlich, deren junges Leben zu vermiesen, indem wir jegliches Glück und jegliche Freude mit den Schreckensszenarien verschütten. Welche Lebensphilosophie haben wir? Woran glauben wir und was erwarten wir? Was bestimmt mein von Gott geschenktes Leben? Ja, da werde ich jetzt religiös und bringe meine Kritik auch bei gläubigen Menschen an, die einem ganz schön die harmlose Lebensfreude nehmen können und in deren Gegenwart man sich nicht unbedingt geborgen fühlt. Ich denke, es geht auch anders, und dass es anders geht, hat uns jemand vorgelebt, der wirklich Einblick hatte - nicht nur in die Probleme der Welt, sondern auch in jene der menschlichen Natur. Wir nennen uns heute nach ihm. Wir sind Christen, aber Christi Kraft und Macht in unserem Herzen kennen wir oft nicht mehr. Das ist eigentlich die größte Krise. Es kann sich aber ändern. Es liegt an uns.

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