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Andacht vom 01.04.2007:

Spät, aber nicht zu spät!

[Jakob] ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn und sie weinten. 1. Mose 33,3.4

Ein Glaubensbruder, der mir in der Gemeindearbeit als Prediger ziemlich zugesetzt hatte, entschuldigte sich eines Tages. Ich dachte: "Hut ab vor dir, mein Bruder." Bis zu seinem Eingeständnis hatte es Jahre gedauert. Darf denn so etwas vorkommen? Soll man sich nicht schnell versöhnen (siehe Mt 5,23.24)? Sollte das schlechte Verhältnis nicht noch am selben Tag bereinigt werden (siehe Eph 4,26)? Nüchternerweise muss man sagen: Ja, schön wär's, aber es geschieht nicht immer.

Jakob, der Betrüger und der danach von seinem Schwiegervater mehrmals Betrogene, brauchte zwanzig Jahre (siehe 1 Mo 31,41), bis es wieder zu einer Begegnung mit seinem Bruder und zur Versöhnung kam. Jakob war innerlich zu einem Schuldeingeständnis bereit und bedankte sich bei seinem Bruder, dass er vor ihm "Gnade" fand. Er sagte: "Ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht." (siehe 1 Mo 33,10)

Wer dem anderen vergibt, vergibt sich nichts. Er kann dadurch nur gewinnen. Versöhnte brauchen sich ihrer Tränen der Rührung nicht zu schämen, durch den verschleierten Blick können sie in dem Gegenüber das Angesicht Gottes erkennen.

Etwas muss noch hinzugefügt werden: Wenn Gott auch vielen Menschen wie Jakob und Esau eine so lange Zeit bis zu einem guten Miteinander einräumte, strapaziere dennoch nicht die Gnade Gottes! Meine nicht, wie Jona, ein Recht zu haben, deinen Zorn zu pflegen (siehe Jon 4,9). Wir wissen nicht, ob der "Dickschädel" Jona je einsichtig wurde.

Und noch eins: Der Totschläger Mose stellte sich nicht der ägyptischen Justiz, sondern verdrückte sich in die Wüste. Hat er sich für seine Affekthandlung bei den Angehörigen jemals entschuldigt? Nichts dergleichen lesen wir. Dennoch vergab ihm Gott, sonst wäre er nicht am Verklärungsberg als einer der bereits Erlösten zugegen gewesen (siehe Mt 17,2.3).

Auch der einsichtige Räuber am Kreuz konnte sich nicht mehr für seine Taten entschuldigen, doch Jesus sagt ihm zu, dass er mit ihm im Paradies sein werde (siehe Lk 23,40-43). Das heißt: Wenn die Zeit zu Bekenntnis und Wiedergutmachung nicht mehr gegeben ist, bleibt dir nur, Gott um Vergebung zu bitten, der in Christus jede Sünde auf sich genommen hat und dir Frieden und Vergebung schenkt (siehe 1 Jo 1,7.9). Ja: schenkt. Du musst nicht dafür büßen.

Josef Butscher

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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