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Andacht vom 26.07.2007:

Bilder aus der Schublade

Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt. 5. Mose 5,8a

Heutzutage kommt in der westlichen Welt kaum jemand auf die Idee, sich ein materielles Abbild von Gott herzustellen und es anzubeten. Ist das zweite Gebot also nicht aktuell? Nicht, wenn wir es in übertragenem Sinn anwenden (wobei der von mir gewählte ursprünglich nicht gemeint war).

An einer Kirche in den USA soll der Spruch stehen: "Versuche nie, einen anderen Menschen so zu machen, wie du bist. Denn Gott weiß es und du weißt es auch: Einer von deiner Sorte ist genug." Wir schmunzeln, weil wir diesen Satz innerlich bestätigen - jedenfalls soweit es andere betrifft.

Da ist ein Mitmensch, an dem ich manches auszusetzen habe. Es stört mich einiges an ihm. Ich mache mir ein Bild von ihm, dem entsprochen werden soll. Er soll sich verändern, damit er so ist, wie ich ihn mir vorstelle. Ich möchte ihn nach meinem Bild formen, in meinen Rahmen pressen.

"Du sollst dir kein Bildnis machen." Wie oft haben wir uns Bilder von anderen im Kopf gemacht: den Ausländern (Türken, Italienern, Franzosen, Briten ...), den Moslems, der Frau am Steuer, den Konservativen oder den Liberalen usw. Auch in der Gemeinde spielen solche Bilder leider eine Rolle. Meistens sind sie negativ besetzt. Und wenn man erst einmal ein bestimmtes Bild von jemandem hat, dann wandert er schnell in die entsprechende Schublade. Das Bild hat sich festgesetzt. Wir haben uns ein Urteil, oft sogar ein endgültiges, über einen Menschen gemacht und ihn damit quasi abgeschrieben.

"Du sollst dir kein Bildnis machen", das kann heißen: Leg dich nicht fest! Festlegen ist meist ein Vor-Urteil, oft schon ein Verurteilen. Wir dürfen nur festlegen oder verurteilen, was Gott bereits festgelegt oder verurteilt hat (so die eigentliche Aussage von Mt 18,18). Wer das Gericht Gottes vorwegnimmt, wendet es gegen sich selbst (siehe Mt 7,2). Gott hat uns aber nicht verurteilt.

Gott trägt und erträgt uns so, wie wir sind. In Christus hat er uns sogar angenommen, wie wir sind. Deshalb sollen wir den anderen auch ertragen, ja, den Mitgläubigen annehmen, wie er ist (siehe Rö 15,7).

Gott hat uns Menschen zu seinem Bilde geschaffen (siehe 1 Mo 1,27). Dieses Bild ist zwar entstellt, aber Gott ist dabei, es in uns wieder herzustellen. In den USA gab es Ansteckbuttons mit der Aufschrift: "Gott ist mit mir noch nicht fertig." Welch ein Glück! Wer gibt mir da das Recht, dem anderen das zu verweigern oder abzusprechen, was Gott mir zugesteht?

Gerhard Meliert

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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