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Andacht vom 29.07.2007:

Zumeist im Scheinwerfer: die Fehler des andern

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139,23.34

Vor mir liegt eine Karikatur. Ein Ehepaar sitzt auf der Couch. Beide lesen. Beide lesen das gleiche Buch: "Psychologie von A-Z". Beide scheinen etwas Wichtiges entdeckt zu haben. Die Augen sind weit aufgerissen, ebenso der Mund. Der Gesichtsausdruck verheißt nichts Gutes. Die Arme sind wie Waffen gegeneinander gerichtet. Jeder sieht beurkundet, was der andere falsch macht und hält es ihm vor. - Eine Szene mitten aus dem Leben. Wir werden immer besser informiert. Wir bekommen einen immer klareren Einblick in die menschliche Seele. Wir wissen immer besser, was der andere falsch macht.

Das Bild lässt mich schmunzeln aber auch nachdenklich werden. Die Erkenntnisse, die das Paar auf der Couch findet, greifen ins Leere. Ihr Denken ist von keinerlei Selbsterkenntnis getrübt. Jeder sieht nur den Flecken auf der Weste des anderen. Jeder bemerkt nur den Splitter im Auge des Partners. Damit sind wir ganz unversehens zu einem Jesuswort übergegangen. Wir brauchen nur noch den Buchtitel abzuändern. Statt "Psychologie" schreiben wir "Bibel". Könnte so - im Extremfall - eine Abendandacht oder ein Gesprächskreis aussehen? Wir lernen die Bibel immer besser kennen. Wir wissen immer besser Bescheid. Wir sehen immer klarer. Wir sehen immer deutlicher, was der andere falsch macht. Und Angriff ist die beste Verteidigung. Je mehr Falsches ich beim anderen suche, umso weniger muss ich mich um mein Fehlverhalten kümmern. Ein sehr praktisches und zugleich gefährliches Prinzip.

David fand zu einer anderen Haltung: "Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege." Dieser Mann hält dem Blick Gottes stand. Und das nicht, weil er von sich überzeugt ist. Er weiß, Gott sieht ihn wohlwollend an, weil er ihn liebt. So findet er zu einer Selbsterkenntnis, an der er nicht zerbrechen muss.

Diese Selbsterkenntnis und die Gewissheit, dass Gott auch wohlwollend ansieht, wünsche ich uns jeden Tag und ganz besonders heute.

Werner Jelinek

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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