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Andacht vom 27.10.2007:

Essen und Trinken ist zu wenig

[Jesus] antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht." Matthäus 4,4

Wahrscheinlich hast du schon von den Experimenten mit jungen Rhesusaffen gehört, die Mitte der Fünfzigerjahre der Psychologe Harry Harlow durchführte. Die Tiere wurden kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und wuchsen sozial isoliert auf. Sie zeigten später schwere Verhaltensstörungen: Sie waren überängstlich, zogen sich von Artgenossen zurück und reagierten teilweise mit Selbstzerstörungstendenzen.

In anderen Versuchen wurden junge Rhesusaffen von "Ersatzmüttern" aufgezogen. Das waren Drahtgestelle, eins mit einer Milchquelle und ein anderes, das zusätzlich mit Fell bezogen war und gewärmt wurde. Es zeigte sich, dass die "Fellmutter" bevorzugt wurde. Später zeigten sich jedoch bei den Affen schwere Entwicklungsschäden. Den Tieren fehlten sowohl die Zuwendung der echten Mütter als auch der Kontakt mit ihren Artgenossen. Die Nahrungsaufnahme allein reichte nicht.

Eigentlich war das zu erwarten. Unsere Erfahrung lehrt uns das. Die Bibel drückt es in unserem Andachtswort aus - und das über dreitausend Jahre vor Harry Harlows Experimenten, denn Jesus zitierte Moses Aussage in dessen letzter Rede.

Es reicht uns Menschen nicht, nur mit dem Lebensnotwendigen versorgt zu werden. Welches Kind ist damit zufrieden, dass Vater und Mutter ständig keine Zeit haben, weil sie so damit beschäftigt sind, für den Unterhalt zu sorgen? Es gewöhnt sich zwangsläufig daran, aber Kinder wünschen sich Zeit mit den Eltern, sie sehnen sich nach Zuwendung und Liebe. Bekommen sie sie nicht, sind schwerwiegende Defizite und Verhaltensstörungen die Folge.

Mose und Jesus verwiesen auf etwas, was wir neben Liebe auch noch brauchen: Gott und sein Wort. Wir finden beides in der Bibel. Durch die Beschäftigung mit der Bibel können wir Gott begegnen und lassen uns auf ihn ein. Wir geben Gott die Chance, unser Leben zu bereichern. Wo das nicht geschieht, sind auch in unserem Leben Verhaltensstörungen die Folge.

Der zeitgenössische Liederdichter Manfred Siebald formulierte treffend, was Gott in unserem Leben bewirkt: "Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht. Sind wir ohne Gott, macht die Angst sich breit, aber mit ihm fürchten wir uns nicht."

Stephan G. Brass

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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