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Andacht vom 28.10.2007:

Ruf zur Abnabelung

Und er HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. 1. Mose 12,1

Mit Abraham beginnt ein entscheidender Abschnitt in der Heilsgeschichte. Was über ihn berichtet wird, hat nicht nur geschichtliche Bedeutung, sondern ist ein Gleichnis für alle, die sich von Gott rufen lassen.

Die Bibel erklärt nicht, warum Gott gerade Abraham erwählte. Doch sie stellt fest, dass alles mit diesem Ruf Gottes anfing. Abraham sollte sich lösen aus den Bindungen des bisherigen Lebens: der Vertrautheit der Heimat, dem Schutz der Sippe, der Geborgenheit in der Familie. Alles, was ihm bislang Ordnung und Halt gegeben hatte, sollte er aufgeben und in ein Land ziehen, dessen Name nicht einmal genannt wurde. Dabei müssen wir bedenken: Weitaus mehr als heute galt damals dem Menschen die Fremde als das Unbekannte, das Angst machte.

Trotzdem folgte Abraham dem Ruf und brach auf, gemeinsam mit seiner Frau Sara, seinem Neffen Lot und allen, die zu seinem Hausstand gehörten. Als er nach Kanaan kam, erlebte er die ersten Enttäuschungen. Keine Spur der göttlichen Verheißung war zu erkennen. Die Gegend war besiedelt und die Bewohner nicht gerade erfreut über den Fremdling. Doch Gott erneuerte seine Verheißung. Abraham glaubte ihm und baute zum Zeichen dafür einen Altar.

In der Folge musste er auf dem Weg durch das Land Kanaan mancherlei Prüfungen bestehen und auch Fehlschläge hinnehmen. Er war kein Glaubensheld, sondern zuweilen sogar ängstlich. Und menschliche Schwächen waren ihm nicht fremd. Dennoch hielt er sich an Gott. Obwohl er die Erfüllung der göttlichen Verheißung bis zu seinem Tode nicht sehen konnte, zweifelte er nicht daran, dass er Gott gehörte. So wurde er zum Vater aller Glaubenden.

Von Abraham können wir lernen. Selbst wenn wir versagt haben, besteht kein Anlass, entmutigt zu sein. Es kommt darauf an, dass wir trotzdem an Gott festhalten und nicht aufgeben.

Paulus schrieb über Abraham: "Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun." (Rö 4,20.21)

Wer im Glauben an Gott festhältst, kann gewiss sein, dass ihm das ebenso wie Abraham "zur Gerechtigkeit gerechnet" wird.

Manfred Böttcher

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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