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Andacht vom 29.10.2007:

Vom Umgang mit "geknickten Rohren"

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. Jesaja 42,3

"Schrott ist das", polterte er los. "Was hast du gemacht, kannst du kein Rohr biegen? Das hier ist nicht mehr zu gebrauchen. Das ist nur noch Schrott!" Was war passiert? Ich sollte ein Rohr biegen. Aber ich wusste noch nicht, wie man das macht, und der Geselle hatte keine Ahnung, dass ich es nicht wusste. So bog ich das Rohr, wie man eine Stange biegt. Natürlich knickte es ein und ein geknicktes Rohr wird nicht wieder gerade. Jedenfalls damals nicht, als ich noch Lehrling war.

Ein geknicktes Rohr war auch zu Jesajas Zeit nichts wert und wurde weggeworfen. Doch mit diesem Bild wollte der Prophet seinen Zuhörer sagen, wie Gott ist. Er zerbricht keine Rohre - erst recht keine Menschen. Daran sollten auch wir denken, wenn uns die Lasten des Tages oder die des Lebens zu schwer werden und die Gefahr besteht, darunter einzuknicken - und wir vielleicht Gott dafür verantwortlich machen.

Noch einen anderen Gesichtpunkt dieser Botschaft halte ich für wichtig. Gott will uns davor bewahren, andere Menschen zu zerbrechen, sie aufzugeben oder abzuschreiben. Klar, der Umgang mit den "Pflegeleichten" gefällt mir besser. Ich bin gern mit Menschen zusammen, denen das Glück aus den Augen lacht. Aber Gott liegen offenbar nicht nur diese, sondern auch die "geknickten Rohre" am Herzen. Und in Wirklichkeit ist ja keiner von uns "edel, hilfreich und gut", wie Goethe forderte. Irgendwie und irgendwo haben wir alle einen Knick. Manchmal zürnen wir mit uns selbst, sind erbost über den anderen, ärgern uns über alle Welt oder die Fliege an der Wand.

Sich ändern, bessern, umkehren? Gott weiß, wie schwer uns das fällt, ja unmöglich ist. Ein geknicktes Rohr wird nicht aus unserer Macht wieder gerade. Darum hat er uns Jesus geschickt. Der verwirft keinen und kümmert sich ausdrücklich um die Zerbrochenen (siehe Mt 12,15-21). An ihn dürfen wir uns wenden. Er vermag das geknickte Rohr wieder aufzurichten und gerade zu biegen - und das nicht erst in der Ewigkeit, sondern schon jetzt (siehe Lk 4,18; vgl. Jes 42,7).

Gott will, dass wir aus einer solch gestärkten Position heraus dort etwas bewegen können, wo die Lasten des Alltags oder "Schicksalsschläge" einen Menschen sprachlos oder handlungsunfähig gemacht oder ihn geknickt haben.

Gott verwirft uns nicht. Er fragt nach uns, weil wir ihm viel wert sind, selbst als geknicktes Rohr.

Arno Patzke

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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