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Andacht vom 20.11.2008:

Größe durch Blick in den Rückspiegel

Ihr seht doch mit eigenen Augen, dass ich wirklich euer Bruder bin, fuhr Josef fort. Dann umarmte er ... und küsste sie. Endlich fanden die Brüder ihre Sprache wieder und redeten mit ihm. 1. Mose 45,12.14.15 (Hoffnung für alle)

Der Teil der Geschichte, wo sich Josef seinen Brüdern zu erkennen gab, hat mich schon als Kind fasziniert. Josef ist freundlich, ja herzlich zu seinen Brüdern. Freude über das Wiedersehen überstrahlt auch die Zeit, in der Angst, Traurigkeit, Heimatlosigkeit und Trennung sein Leben bestimmten. Und da stehen sie nun vor dem ehemaligen "Träumer", dessen Träume sich bewahrheitet haben. Ist die Umarmung echt? Josef lässt seine Brüder wissen, dass er ihnen nicht feindlich gesinnt ist. Die Zeit des "Abtastens" und Prüfens ist zu Ende. Jetzt geht es darum, wieder brüderlich miteinander umzugehen.

Was nur bewegt mich an dieser Geschichte so? Es ist zugleich die Frage nach meinem Verhalten, wenn mir Unrecht zugefügt wurde. Wie kann ich Menschen begegnen, die mir nicht freundlich gesinnt sind? Josef ist mir ein Vorbild. Er hält für sich Rückblick und sieht die Hand Gottes im Spiel seines Lebens. Selbst das Unrecht bekommt für ihn Sinn. Nicht, dass ich Unrecht zudecke und verdränge. Nein, es muss geklärt werden, in mir und außerhalb meiner selbst. Vergangenes lässt sich nicht mehr ändern. Das Jetzt anzuschauen gibt mir die Chance, neue Entscheidungen zu treffen; macht mir den Blick frei, was ich für mein Leben lernen konnte und kann. Es lässt mich nach oben schauen, zu dem liebenden Gott, der mich begleitet. Es macht mich auch fähig, seine Wege mit mir zu erkennen und der Wirklichkeit ins Auge zu blicken. Dabei ist durchaus ein deutliches, offenes, wohlwollendes Wort wichtig.

Josefs Brüder waren sprachlos. Angst kann blockieren und einem tatsächlich die Sprache verschlagen. Josef dagegen stand über den Dingen, aber es war ein weiter Weg bis dahin gewesen. Doch Gott hatte ihn begleitet und die inneren Verletzungen geheilt. Dadurch war es nun möglich, das Verhältnis zu den Brüdern zu klären und zum Guten zu wenden. Schmerzen, Wunden, die aufbrechen oder im Heilungsprozess begriffen sind, brauchen Zeit, um zu gesunden. Josef konnte nicht bei der ersten Begegnung auf die Brüder zugehen und sie umarmen. Aber nun war es Zeit zur Versöhnung.

Ich wünsche uns, dass Gott uns die Augen und das Herz offen hält, um zu erleben, wie das Miteinander durch Vertrauen wieder neu wächst.

Hans-Joachim Scheithauer

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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