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Andacht vom 02.03.2009:

Falscher Tag unterschoben ...

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. 2. Mose 20,8

Irgendwie werde ich das wohl niemals so richtig begreifen: Da bietet Gott persönlich jedem Menschen -ganz unabhängig von Hautfarbe, Nationalität oder gesellschaftlicher Stellung - jede Woche volle 24 Stunden Segens- und Ruhezeit an, aber die breite Mehrheit interessiert sich nicht dafür. Im Gegenteil: Ausgerechnet dieses ganz besondere "An-Gebot" Gottes wird seit Jahrhunderten heftig bekämpft, immer wieder umgeschrieben oder schlichtweg ignoriert. Kein normaler Mensch, erst recht kein bekennender Christ, käme jemals auf die Idee, das fünfte, siebte oder neunte Gebot zu streichen oder für unzeitgemäß zu erklären.

Für das vierte gelten offenbar andere Maßstäbe, und dass das zweite im katholischen Katechismus gänzlich fehlt, fällt meist auch erst auf, wenn beispielsweise die Teilnehmer unseres Bibelfernstudiums sich die Mühe machen, das biblische Original mit der Katechismus-Version zu vergleichen. Da ist dann das Entsetzen meist groß, und unweigerlich folgt die Frage: Wie konnten es sterbliche Menschen beziehungsweise kirchliche Autoritäten jemals wagen, sich an Gottes Grundgesetz zu vergreifen, das doch für alle Zeiten und alle Menschen gültig und verbindlich bleibt!?

Die lässt sich ja ziemlich einfach mit einem ausführlichen Blick in die Kirchengeschichte beantworten. Da entdeckt man dann auch ganz schnell, dass die Veränderung vom Sabbat zum Sonntag von Anfang an ein ziemlich schlechter Tausch war, denn an die Stelle des wunderbaren "An-Gebots" des göttlichen Segenstages trat die rein kirchenpolitisch begründete staatliche Vorschrift Kaiser Konstantins, den Tag der Sonne heilig zu halten. Von Anfang an war es eine Entscheidung mit Folgen, ob man sich dieser oder jener Autorität verpflichtet fühlte, und Gottes Wort sagt uns, dass diese Entscheidung auch in der Endzeit eine besondere Rolle spielen wird.

Nein, unsere Erlösung ist keine kalendarische Frage, die entscheidet sich ganz allein an unserer persönlichen Beziehung zu Christus. An diesem Punkt darf es kein Missverständnis geben. Haben wir aber einmal auch nur bruchstückhaft erkannt, was Christus durch sein Opfer auf Golgatha für uns getan hat, werden wir seinem Beispiel auch im Blick auf den Sabbat freudig folgen und uns von ihm gern mit Kraft und Segen für eine ganze Woche beschenken lassen. Auch morgen liegt dieses Geschenk wieder für jeden von uns bereit!

Friedhelm Klingeberg

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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