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Andacht vom 15.06.2009:

Die vielen Gesichter der Lüge

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 2. Mose 20,16

Herr Meier ist wie vom Donner gerührt. Eben noch haben ihm die Vorgesetzten versichert, wie sehr sie seine Mitarbeit schätzen. Kurz darauf legt man ihm etwas betreten einen Auflösungsvertrag vor. Wie konnte das geschehen? Herr Meier hört sich im Kollegenkreis etwas um und stellt fest, dass hinter seinem Rücken eine Intrige gesponnen wurde, um einen Kollegen auf seinen Posten zu hieven. Besonders tragisch ist, dass Herr Meier erst kürzlich das berufliche Angebot einer anderen Firma ausgeschlagen hat, um seiner Firma treu zu bleiben.

"Nicht falsch Zeugnis reden ..." ist eines der Zehn Gebote Gottes. Meist wird es nur als "nicht lügen" verstanden. Doch das wäre zu kurz gegriffen. Jesus bezeichnet im Johannesevangelium den Teufel als "Vater der Lüge"; der ist natürlich auch ursächlich dabei, wenn es um das neunte Gebot (nach biblischer Zählung) geht. Doch darin geht es um mehr als nur die Unwahrheit zu sagen. "Falsches Zeugnis" ist eine heimtückische Art, anderen Menschen zu schaden.

Eine Zeitschrift spricht sogar von einer sich ständig ausbreitenden "Kultur" des Verleumdens. Mir gefällt die Art meines Arbeitskollegen nicht, deshalb tuschle ich mit anderen hinter seinem Rücken über ihn. Ich empfinde jemanden als Konkurrenten und rede so lange hinter vorgehaltener Hand über seine Schwächen und Fehler, bis das kollegiale Klima in Mobbing umschlägt.

Noch schlimmer: Es gibt sogar eine "fromme" Variante dieser Verhaltensweise, die womöglich noch als Tugend missverstanden wird. Man redet hinter dem Rücken von Personen aus der Gemeinde, weil man ihnen nicht weh tun will. Und was ist, wenn die Betroffenen das irgendwann zugetragen bekommen? Schmerzt das nicht noch viel mehr?

Was hindert mich eigentlich daran, einem anderen liebevoll und einfühlend direkt das zu sagen, was mir negativ aufgefallen ist? Damit würde ich ihn vor persönlicher Isolation und bleibendem Vertrauensverlust bewahren.

Jesus will, dass begnadigte Sünder auf dem Weg der Heiligung auch das Richtenwollen ablegen. Martin Luther hat geschrieben, wir sollen "Gott fürchten und lieben, unseren Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren". Möglicherweise bietet der heutige Tag dazu die Gelegenheit.

Albrecht Höschele

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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