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Andacht vom 22.11.2009:

Zum Schief- oder Totlachen?

Der Herr aber lacht über seine Feinde, er weiß: Der Tag der Abrechnung kommt. Psalm 37,13 (Gute Nachricht Bibel)

"Nachdem Jesus diese Worte gesagt hatte, kugelten sich die Jünger vor Vergnügen im Weizenfeld. Petrus und Johannes hielten sich die Bäuche und riefen: Niemand macht so gute Witze wie du, Rabbi!" Leider ist dieses Wort nirgendwo in der Bibel enthalten. Humor als Eigenschaft des Gottessohnes wird ebenso wenig kolportiert wie andere menschliche Lebensäußerungen.

Gott selbst lacht schon mal oder - so empfindet es Hiob - Gott spottet über die Verzweiflung unschuldiger Menschen. Der Bibelleser bekommt den Eindruck, wenn Gott lacht oder spottet, dann ist Gefahr im Verzug. Dann begegnet der Allmächtige denen, die sein Wohlgefallen - warum auch immer - nicht besitzen. Ein lachender Gott ist eigentlich so richtig zum Fürchten.

Menschliches Lachen kann pure Albernheit sein, ein Verhalten, das in der Bibel gerne als "töricht" bezeichnet wird. Mancher, der lacht, bricht in Wahrheit in grausames, ordinäres Gewieher aus über die, die er verachtet: Kinder, Frauen, Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten, Angehörige anderer Völker, Hautfarben, Religionen. Es ist völlig humorlos, fern jeder heiteren Gelassenheit, wenn einer an Stammtischen sich selbst hochstilisiert, um vermeintliche Defizite anderer mit blöden Witzen zu umreißen.

Auch Jesus war Zielscheibe solchen Gespötts. "Er ist von Sinnen", sagen die Spötter, und: "Wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz." Hohepriester, Älteste und Schriftgelehrte machen sich lustig; das Wort vom Kreuz wird zur "Torheit". Allenthalben wird albern gelacht über den Gott, der auf seine Allmacht verzichtet und Machtverhältnisse in ihr Gegenteil verkehrt.

"Humor ist Distanzgefühl" sagt Berthold Brecht. Gott kommt den Menschen nahe, um umzuwerfen, was sich immer wieder unwidersprochen an Lebensfeindlichem etabliert. Wer ihm folgt, zeigt Humor inmitten der Welt - und Distanz zu dieser Welt. Solcher Humor dient der Selbsterhaltung, ist Überlebenskunst, mit der sich eigene Schwächen und Bedrohungen lindern und geistvoll umgestalten lassen.

Max Frisch fragt in seinen Tagebüchern: "Gesetzt den Fall, Sie glauben an einen Gott: Kennen Sie ein Anzeichen dafür, dass er Humor hat?" Ein Gott, der es Menschen ermöglicht, die Welt um sich herum wahrzunehmen und in Distanz zu ihr über sie und sich selbst zu lachen, der muss einfach Humor haben.

Beate Strobel

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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