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Andacht vom 11.02.2010:

Aber Jesus sprach: "Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich." Matthäus 19,14

Ich vermute, dass jeder von uns schon einmal einen Liebesbrief bekommen hat. Die Bibel ist so etwas wie ein Liebesbrief Gottes an uns Menschen. Darin zeigt er uns, wie wichtig wir ihm sind. In seinen Augen bist du nicht eine oder einer von vielen, sondern sein Kind, auch wenn du erwachsen bist. Er liebt dich so, wie nur ein vollkommener Vater lieben kann. Du bist für ihn unendlich wertvoll! So liebt er auch jeden unserer Mitmenschen: den Nachbarn, die Verkäuferin im Supermarkt, gewisse "komische Typen" und die Kinder auf dem Spielplatz.

Die Jünger betrachteten Kinder eher als kleine Wesen, die störten. Für Jesus aber waren sie wichtige Persönlichkeiten, von denen wir manches lernen können. Als man ihm Kinder zum Segnen brachte und die Jünger die Eltern "anfuhren" (Mt 19,13), reagierte Jesus mit den obigen Worten und segnete demonstrativ diese Kleinen.

Auch die "Frommen" jener Zeit schüttelten über Jesu Umgang mit andern häufig den Kopf. Dass er sich so verständnisvoll um Unmündige kümmerte, war ihnen suspekt; auch seine Kontakte zu Sündern fanden sie verdächtig. Jesus wollte ihnen durch drei Gleichnisse zu anderen Einsichten verhelfen: Vom Hirten, der sich sehr freut, als er sein verlorenes Schaf wiederfindet (Lk 15,4-7); von jener Frau, die ganz intensiv nach einem verlorenen Silberstück sucht (V. 8), und der Freude des Vaters über die Heimkehr seines "verlorenen" Sohnes (V. 11-24). So steht Gott zu den Verlorenen, den Vernachlässigten oder Kleinen! So viel liegt dem himmlischen Vater an jedem seiner Menschenkinder. Seine Liebe lässt er von niemand infrage stellen.

Welche Auswirkungen haben diese Liebesbeweise auf mein Leben? Hinterfrage ich mich, wie ich mit gewissen Menschen umgehe? Nehme ich manchen neu an und mache ihm Mut, es auch mit Gott zu versuchen?

Wir sollen Jesus auch darin nachfolgen, "zu suchen und zu retten, was verloren ist" (Lk 19,10), damit noch viele Menschen Gottes Kinder werden.

Wahrer Glaube beinhaltet nicht nur das Halten seiner Gebote, sondern eine persönliche, kindlichvertrauensvolle Beziehung zu diesem liebenden Gott.

Albrecht Höschele

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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