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Andacht vom 21.01.2011:

Die Juden erwiderten [Jesus]: "Wir haben doch Recht! Du bist ein Samariter und bist von einem bösen Geist besessen." Johannes 8,48 (Gute Nachricht Bibel)

Jesus diskutierte mit Pharisäern. Diese jüdische Gruppierung stand vor 2000 Jahren in hohem Ansehen. Der Name bedeutet die "Abgesonderten". Neben anderen Richtungen des Judentums wie den Essenern oder Sadduzäern prägten sie die theologischen Diskussionen ihrer Zeit. Die Pharisäer glaubten an die Auferstehung der Toten, lehrten, dass der Mensch einen freien Willen habe und legten Wert darauf, dass der Glaube auch den persönlichen Alltag prägte. Dagegen lässt sich aus biblischer Sicht nichts einwenden.

Problematisch war allerdings, dass sie den Alltag der Menschen mit einem Geflecht von 613 Geboten und Verboten überzogen, damit sie möglichst nicht in die Gefahr gerieten, ein Gebot Gottes zu übertreten. Diese "Umzäunung" der göttlichen Anweisungen machte die Juden jedoch nicht moralisch sensibler, sondern erfinderisch, wenn es darum ging, diese Zusatzvorschriften zu umgehen - beispielsweise, wenn die am Sabbat maximal erlaubte Wegstrecke durch das Umschnallen eines Wassersacks unter dem Sattel "verlängert" wurde. Denn "auf dem Wasser" durfte man unbegrenzt reisen.

Eine andere Nebenwirkung dieser Gesetzesfrömmigkeit war: "Wir haben Recht, alle anderen haben Unrecht." Statt die Argumente der Anderen anzuhören und darüber nachzudenken wird ihnen unterstellt, sie wären von Dämonen besessen. Auch Jesus sah sich diesem Vorwurf ausgesetzt, wie unser Andachtstext zeigt, als er sich als Sohn Gottes bezeichnete. Zugegeben - das war ein hoher Anspruch, an dem die Gläubigen der damaligen Zeit zu knabbern hatten. Doch die Haltung der Pharisäer, dem Andersdenkenden Besessenheit zu unterstellen, hinderte sie an der rettenden Einsicht, dass Jesus tatsächlich der erwartete Erlöser war.

Offenheit ist auch heute wichtig, um nicht am Wesentlichen vorbeizugehen. Vielleicht hat mein Gesprächspartner, mit dem ich debattiere, eine wichtige Erkenntnis anzubieten, die mich geistlich voranbringt, auch wenn er eine andere Meinung vertritt. Paulus fordert uns auf, alles zu prüfen, und das Gute zu behalten (1 Ths 5,21). Möge Gott uns davor bewahren, im Glauben und Denken derart eingefahren zu sein, dass Jesus uns nicht mehr erreichen kann.

Thomas Lobitz

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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