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Andacht vom 21.08.2011:

Und [Jesus] sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst - er weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Markus 4,26-28

Die Sätze aus dem Gleichnis von der selbst wachsenden Saat sind wundersam. Gegen unser Zweifeln und Sorgen, unser Rechnen und Bangen setzt sich das Reich Gottes durch. Weder Revolutionäre, die es selbst bauen wollen, werden es finden, noch Schriftgelehrte, die über den Bedingungen für den Eintritt brüten. Und auch nicht die Superfrommen, die es mit ihrer Betriebsamkeit herbeizwingen möchten.

Voller Hass und Kampf war schon die Zeit Jesu. Und heute? Zu allen möglichen Konflikten kommt noch der "Verteilungskampf". "Bloß nicht alt werden!" sagte mir eine 60-Jährige. Wie will sie es anstellen?, fragte ich mich - sie verstehend. Schon Jugendliche leben in Spannung: Finde ich einen Job? Der Geschäftsmann steht in der Ladentür und schaut nach Kunden aus.

In unsere Angst und Unruhe hinein spricht Jesus dieses Wort der Gelassenheit. Wenn der Bauer den Boden umgepflügt, gedüngt und bestellt hat, dann kann er zum Wachstum der Pflanze nichts mehr beitragen. Er kann nur warten und Gott vertrauen. Sonne, Regen und die innewohnende Lebenskraft des Samens werden die Frucht hervorbringen.

Wenn wir uns bewusst der Königsherrschaft Jesu unterstellt haben - auch heute -, dann dürfen wir ihm vertrauen. Er hat gesagt: "Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Joh 15,5) Jesus selbst sorgt durch seinen Geist dafür, dass die Frucht heranwächst, zwar langsam, aber stetig (Gal 5,22.23). Ellen G. White erläuterte: "Die Frucht als Ertrag christlichen Lebens besteht darin, dass sich das Wesen Christi im Gläubigen so entfaltet, dass es von dort aus auch bei andern Menschen Eingang findet." (Christi Gleichnisse, S. 46)

Als Nachfolger Jesu sind wir aufgerufen, auch selbst den Samen des Evangeliums in das Leben anderer Menschen zu säen. Wir müssen den Boden vorbereiten durch unseren Dienst, ihn düngen mit unserer Liebe und den Samen säen durch unser Zeugnis von Christus. Aber darüber hinaus können wir nur Gott vertrauen, dass der Same aufgeht und Frucht bringt.

Dieter Leutert

Quelle: Andachtsbuch des Advent-Verlags Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung.

 

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